La Pavoni Casa Bar PID vs. Profitec GO 2.0 – zwei kompakte Einkreiser im Vergleich
Der Kippschalter klickt, das Manometer zuckt an, und auf der Arbeitsfläche wird es eng – im besten Sinne. Zwei kompakte Maschinen, kaum breiter als eine Kaffeedose, und trotzdem läuft gleich ein dichter Espresso in die Tasse. Genau darum geht es bei einem Einkreiser: nicht um die grösste Ausstattung, sondern darum, wie viel Maschine du auf wie wenig Platz bekommst, ohne beim Espresso Abstriche zu machen.
Zwei Modelle stehen dafür besonders oft zur Wahl, wenn der Platz auf der Theke knapp ist: die La Pavoni Casa Bar PID aus Italien und die Profitec GO 2.0 aus Deutschland. Beide sind Einkreiser mit PID-Temperatursteuerung, beide führen wir aktiv im Sortiment, und beide lösen dieselbe Aufgabe auf ihre eigene, spürbar unterschiedliche Art.
Unsere Meinung dazu ist eine von vielen – am Ende zählt, welche der beiden dich anspricht, wenn du davorstehst.
Zwei Wege zum selben Ziel: der Einkreiser
Beide Maschinen teilen sich dasselbe Grundprinzip. Ein einzelner Kessel versorgt sowohl den Brühvorgang als auch die Dampferzeugung, du beziehst also nacheinander: erst der Espresso, dann – nach kurzem Umschalten – der Milchschaum. Für ein bis zwei Tassen am Stück ist das im Alltag gut machbar, und ein Einkreiser ist längst nicht nur etwas für reine Espressotrinker. Wer gern Cappuccino oder Flat White macht, kommt damit ebenso weit.
Die Temperaturkontrolle übernimmt bei beiden ein PID-System, bei der Casa Bar PID ab Werk auf 92 °C eingestellt und nach Geschmack anpassbar, bei der GO 2.0 über ein OLED-Display direkt einsehbar und ebenso frei einstellbar. Physikalisch macht das einen spürbaren Unterschied: Ein PID misst die Kesseltemperatur kontinuierlich und regelt die Heizung in kleinen Schritten nach, statt sie nur ein- und auszuschalten. Das Ergebnis ist eine deutlich ruhigere Temperaturkurve von Bezug zu Bezug – wichtig, weil schon wenige Grad darüber entscheiden, welche der über 800 Aromaverbindungen im Kaffee sich lösen und welche im Sieb bleiben.
Trotzdem fühlen sich die beiden Maschinen komplett unterschiedlich an, sobald du sie nebeneinander stellst. Das ist keine Frage von besser oder schlechter, sondern von Charakter – ganz ähnlich wie bei einem Auto, das dich nicht schneller ans Ziel bringt, sondern beim Einsteigen ein bestimmtes Gefühl auslöst.
La Pavoni Casa Bar PID – italienische Masse, verchromtes Messing
Die Casa Bar PID kommt von La Pavoni, gebaut in Italien, mit einem Kessel und einer Brüheinheit komplett aus Messing, die Brüheinheit zusätzlich verchromt. Massives Messing hält Wärme besonders gleichmässig, das ist der Grund, warum sich viele traditionelle italienische Maschinen genau für dieses Material entscheiden. Dazu ein 58-mm-Siebträger, das verbreitete Standardmass, mit dem sich Tamper, Puck Screens oder bodenlose Siebträger aus praktisch jedem Sortiment problemlos kombinieren lassen.
Aus dem kalten Zustand ist sie in rund sechs Minuten bezugsbereit. Der abnehmbare 3-Liter-Tank mit Füllstandsanzeige macht das Nachfüllen unkompliziert, und die multidirektionale Cool-Touch-Dampflanze bleibt aussen griffig, auch wenn innen längst Dampf durchläuft.
Profitec GO 2.0 – deutsche Präzision, fünf Farben
Die GO 2.0 kommt von Profitec, einer deutschen Manufaktur mit Sitz in Bammental bei Heidelberg, die von Hand in Deutschland und Italien fertigt. Statt auf reines Messing setzt sie auf eine Ringbrühgruppe – ein kompakter aufgebauter Brühkopf, der schneller reagiert und in unserer eigenen Wahrnehmung ein etwas direkteres, unmittelbareres Aromabild liefert als eine klassische Messing-Brüheinheit. Das ist unsere Beobachtung aus dem Showroom, keine absolute Wahrheit – am Ende entscheidet die eigene Tasse.
Die GO 2.0 ist mit rund 7 Minuten im Fast-Heat-Up-Modus einsatzbereit und zeigt auf einem OLED-Display Kaffee- und Dampftemperatur, dazu einen integrierten Shot-Timer. Ein Expansionsventil erlaubt es, den Brühdruck nach eigenem Geschmack zu justieren, eine zuschaltbare Vorbrühung sorgt für eine gleichmässigere Extraktion, und eine automatische Gruppenreinigung mit geführtem Entkalkungsprogramm erleichtert die Pflege im Alltag. Und dann ist da noch die Optik: Schwarz, Gelb, Rot, Hellblau oder Satiniert – fünf Farben, die klarmachen, dass Kompaktheit nicht automatisch Zurückhaltung bedeuten muss.
Auf einen Blick
| La Pavoni Casa Bar PID | Profitec GO 2.0 | |
|---|---|---|
| Bauart | Einkreiser | Einkreiser |
| Brühgruppe | Verchromtes Messing | Ringbrühgruppe |
| Kessel | 0,3 l, Messing | 0,3 l, Messing |
| Temperatursteuerung | PID, werkseitig 92 °C, anpassbar | PID (Kaffee & Dampf), OLED-Display, anpassbar |
| Wassertank | 3 l, abnehmbar, mit Füllstandsanzeige | 2,8 l, abnehmbar |
| Siebträger | 58 mm | 58 mm |
| Dampflanze | Edelstahl, Cool-Touch, multidirektional | Edelstahl |
| Anzeigen | Manometer, Shot-Timer, Temperaturanzeige | OLED-Display mit Shot-Timer, Manometer |
| Aufheizzeit | ca. 6 Minuten | ca. 7 Minuten (Fast-Heat-Up) |
| Leistung | 1320 W | 1300 W |
| Abmessungen (B×T×H) | 23,5 × 28 × 37 cm | 21 × 36,2 × 38,1 cm |
| Gewicht | ca. 13,3 kg | 12,9 kg |
| Farben | Schwarz, Edelstahl | Schwarz, Gelb, Rot, Hellblau, Satiniert |
| Herkunft | Italien | Deutschland |
Für wen welche Maschine ist
Wer klassische italienische Masse mag, verchromtes Messing als Material bevorzugt und einen etwas grösseren Wassertank für längere Sessions schätzt, findet in der La Pavoni Casa Bar PID eine ruhige, verlässliche Begleiterin. Wer dagegen eine Ringbrühgruppe für ein direkteres Ansprechverhalten will, das Ablesen über ein OLED-Display statt reiner Manometer-Anzeige bevorzugt und sich an einer farbigen, deutlich sichtbaren Maschine auf der Theke freut, ist bei der Profitec GO 2.0 richtig. Beide sind ausdrücklich nicht nur für Menschen mit Vorerfahrung gedacht – der Aufbau bleibt bei beiden unkompliziert, die PID-Steuerung übernimmt die Präzisionsarbeit im Hintergrund.
Am Ende ist die Wahl weniger eine technische als eine persönliche Entscheidung. Niemand braucht eine dieser beiden Maschinen. Man will sie – oder eben nicht. Beide Antworten sind vollkommen in Ordnung.
Was noch dazugehört
Frisch gemahlen entscheidet über alles, was danach in der Tasse passiert. Für alle die eine Mühle erschwinglich und präzise wollen: die Varia VS3 oder eine Handmühle von Comandante. Wer mehr Mahlwerk und mehr Kontrolle will: die Varia VS6 oder die Weber Workshops EG-1, beide in unserer Varia Collection beziehungsweise Weber Workshops Collection.
Für sauberes Tampen und Puck Prep lohnt sich der Blick in die Normcore Collection, kompakt und präzise für den Alltag. Wer mehr Haptik und Design will, wird in der Weber Workshops Collection fündig. Damit dein Verhältnis von Kaffee zu Espresso sitzt (wir denken in 1:2 als Ausgangspunkt, nie in Sekunden allein), hilft eine Waage: erschwinglich und zuverlässig aus der Normcore Collection, mit App und Flow-Rate-Anzeige aus der Acaia Collection.
Wer sich zwischen Einkreiser, Wärmetauscher und Dualboiler noch nicht entschieden hat, findet im Beratungstool für Kaffeemaschinen einen ersten Kompass, ganz ohne Verpflichtung.
Häufige Fragen zur La Pavoni Casa Bar PID und Profitec GO 2.0
Was ist der grösste Unterschied zwischen den beiden Maschinen?
Das Brühsystem: Die Casa Bar PID setzt auf eine klassische, verchromte Messing-Brüheinheit, die GO 2.0 auf eine kompakte Ringbrühgruppe. Dazu kommen unterschiedliche Materialien und ein unterschiedliches Anzeigekonzept – Manometer bei La Pavoni, OLED-Display bei Profitec.
Können beide Maschinen gleichzeitig Espresso brühen und Milch aufschäumen?
Nein, beide sind Einkreiser und arbeiten nacheinander: erst der Bezug, dann der Dampf. Für Cappuccino oder Flat White zu Hause reicht das im Alltag problemlos.
Brauche ich Vorerfahrung, um eine der beiden Maschinen zu bedienen?
Nein. Beide arbeiten mit PID-Temperatursteuerung, die die Präzisionsarbeit im Hintergrund übernimmt. Der Aufbau bleibt bei beiden unkompliziert, und ein persönlicher Barista-Kurs gehört bei uns zum Kauf einer Maschine dazu.
Welche Siebträgergrösse haben die beiden Maschinen?
Beide nutzen den verbreiteten 58-mm-Siebträger. Das bedeutet, dass gängiges Zubehör wie Tamper, Puck Screens oder bodenlose Siebträger aus fast jedem Sortiment passt.
Kann ich die beiden Maschinen vor dem Kauf sehen?
Ja. In unseren Showrooms in Bern (Gerberngasse 44) und Zürich Oerlikon (Hagenholzstrasse 50b) kannst du beide Maschinen live erleben, bevor du dich entscheidest. Der Online-Kauf bleibt der schnellste Weg, eine persönliche Beratung vor Ort ist jederzeit möglich, wird bei uns aber nie vorausgesetzt.
Wie schnell sind die beiden Maschinen einsatzbereit?
Die Casa Bar PID braucht aus dem kalten Zustand rund sechs Minuten, die GO 2.0 im Fast-Heat-Up-Modus rund sieben Minuten. Beide halten die Temperatur danach über die PID-Steuerung konstant.
Beide Maschinen kannst du bei uns online kaufen, mit Lieferung innerhalb von 2 bis 4 Werktagen in die ganze Schweiz und nach Liechtenstein, oder live in den Showrooms in Bern und Zürich Oerlikon. Fragen beantworten wir gerne unter office@coffeecoachingclub.ch oder über coffeecoachingclub.ch, zu den Geschäftszeiten auch telefonisch. Bei beiden Maschinen ist eine Finanzierung möglich, und zu jeder gehört ein persönlicher Privat-Barista-Kurs bei uns dazu.
Rösterei-Tipp
Beide Maschinen lieben einen Espresso, der ihre stabile Temperaturführung zu nutzen weiss. Für die grosse Mehrheit rösten wir deshalb Cozy Chocolate und Nutty Delight, dicht, aromatisch, mit viel Körper und Schokoladennote.
Wer maximalen Körper ohne jede Azidität sucht, greift zu Very Nutty. Und für alle die neugierig auf ein fruchtiges Erlebnis sind: Wild Peach zeigt, wie lebendig Espresso auch aus einem Einkreiser schmecken kann, eine Entdeckung, kein Muss. Unsere Empfehlung ist eine von vielen; jede Bohne, die dir schmeckt, ist die richtige.