Türkischer Kaffee: So gelingt die Zubereitung in der Cezve

18. Jul 2023
Türkischer Kaffee: So gelingt die Zubereitung in der Cezve

Türkischer Kaffee ist eine der ältesten Zubereitungsarten, die bis heute unverändert in Gebrauch ist. Gekocht wird er in einer kleinen Kanne aus Kupfer, der Cezve (auch Ibrik genannt). Der Kaffee wird sehr fein gemahlen, zusammen mit dem Wasser aufgekocht und samt Satz in kleine Tassen gegossen – traditionell mit Zucker.

Wenn dich interessiert, wie dieser Weg von Äthiopien über das Osmanische Reich nach Europa verlief: Das steht in unserer Kaffeegeschichte.

Was du brauchst

  • 7 g sehr fein gemahlener Kaffee – feiner als für Espresso, fast puderfein
  • 70 ml kaltes Wasser
  • 1 TL Zucker (optional)
  • eine Cezve oder Ibrik, idealerweise aus Kupfer

Schritt für Schritt

  1. Wasser in die Cezve geben und auf mittlere Hitze stellen.
  2. Zucker (falls verwendet) und den gemahlenen Kaffee zugeben und umrühren, bis sich alles gleichmässig verteilt hat.
  3. Langsam erhitzen. Nicht sprudelnd kochen lassen – der Schaum soll aufsteigen, nicht überkochen.
  4. Sobald der Schaum hochsteigt, die Cezve kurz vom Herd nehmen, absetzen lassen und noch ein- bis zweimal aufsteigen lassen.
  5. Sofort in kleine Tassen giessen, den Schaum gleichmässig verteilen. Vor dem Trinken kurz stehen lassen, damit sich der Satz setzt.

Varianten

Für türkischen Kaffee mit Kardamom oder mit Zimt gibst du eine halbe Teelöffelspitze des Gewürzes zusammen mit dem Kaffeepulver ins Wasser. Alles Weitere bleibt gleich. Beide Varianten vertragen etwas mehr Zucker als die pure Version, brauchen ihn aber nicht.

Worauf es ankommt

  • Der Mahlgrad ist der wichtigste Hebel. Zu grob gemahlen setzt sich der Satz nicht richtig und der Kaffee bleibt dünn.
  • Langsam schlägt hitzig. Sprudelndes Kochen zerstört den Schaum und macht den Kaffee bitter.
  • Frisch gemahlen schmeckt deutlich mehr. Welche Bohne du nimmst, ist Geschmackssache – eine Auswahl findest du bei unseren Kaffeebohnen.
  • Sofort servieren. Stehen gelassen wird türkischer Kaffee schnell unangenehm.

Und wie immer: Ob dir mit Zucker, ohne Zucker, mit Kardamom oder pur besser gefällt, entscheidest du. Wir sind United by Coffee.

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Häufige Fragen zum türkischen Kaffee

Wie fein muss der Kaffee gemahlen sein?

Feiner als für Espresso, fast puderfein. Viele Espressomühlen kommen dort an ihre Grenze – für türkischen Kaffee braucht es eine Mühle, die diesen Bereich sauber schafft, oder fertig gemahlenen Kaffee.

Wie viel Kaffee auf wie viel Wasser?

Als Ausgangspunkt 7 Gramm auf 70 Milliliter kaltes Wasser, also eine kleine Tasse. Wer es kräftiger mag, geht auf 8 bis 9 Gramm.

Wann kommt der Zucker dazu?

Am Anfang, zusammen mit Kaffee und Wasser. Nachträglich rühren zerstört den Schaum. Traditionell wird beim Servieren gefragt, wie süss – und dann entsprechend angesetzt.

Darf der Kaffee kochen?

Er soll aufsteigen, aber nicht sprudelnd kochen. Sobald sich der Schaum hebt, nimmst du die Cezve vom Feuer. Wer ihn durchkochen lässt, verliert den Schaum und bekommt einen bitteren Sud.

Trinkt man den Satz mit?

Nein. Der Satz setzt sich in der Tasse ab; du trinkst bis kurz davor. Deshalb wird türkischer Kaffee auch nicht gerührt, nachdem er eingeschenkt ist.

Welche Cezve-Grösse ist richtig?

Eine, die zur Menge passt: Die Kanne sollte etwa zu zwei Dritteln gefüllt sein, damit der Schaum Platz hat aufzusteigen. Eine zu grosse Cezve für eine Tasse funktioniert schlecht.

Ist türkischer Kaffee stärker als Espresso?

Pro Tasse enthält er meist etwas mehr Flüssigkeit und ähnlich viel Kaffee. Im Geschmack wirkt er anders – ungefiltert, mit feinem Satz, dadurch dichter im Mundgefühl.