Warum La Marzocco?

18. Jun 2023
Warum La Marzocco?

Über La Marzocco kursieren viele grosse Sätze. Wir haben nachgeschlagen, was der Hersteller selbst schreibt – und wo die verbreiteten Behauptungen weiter gehen als die Belege.

Wo die Marke herkommt

La Marzocco entstand 1927 in Florenz. Giuseppe und Bruno Bambi gründeten die Werkstatt als «Officine Fratelli Bambi». Seit 1961 steht die Fertigung in den Hügeln nördlich der Stadt. Der Name geht auf den Marzocco zurück, den heraldischen Löwen von Florenz – das Wappentier steckt bis heute im Logo.

Was La Marzocco wirklich als Erstes gebaut hat

Die am häufigsten wiederholte Behauptung lautet, La Marzocco habe die erste Espressomaschine mit zwei Kesseln gebaut. So pauschal stimmt das nicht. Der Hersteller formuliert es enger: 1970 sei mit dem Modell GS ein Patent für die erste Maschine mit Doppelkessel und gesättigten Brühgruppen eingereicht worden. Die Kombination ist gemeint, nicht der Doppelkessel für sich. Und La Marzocco verweist selbst auf die Poker ab 1964 als früheren Versuch mit mehreren Kesseln. Eine Patentnummer für den Doppelkessel haben wir nicht gefunden.

Belegt ist dagegen etwas anderes, und es ist mindestens so bemerkenswert: Patent 372525 vom 25. Februar 1939 für die erste Espressomaschine mit horizontalem Kessel. Vorher standen die Kessel senkrecht, die Maschinen waren Säulen. Der liegende Kessel machte die flache Bauform möglich, die heute hinter praktisch jeder Theke steht.

Warum wir das so genau nehmen: Eine Marke, die 1939 tatsächlich etwas Grundlegendes verändert hat, braucht keine aufgeblasene Erzählung. Die belegte Geschichte ist die bessere.

Was die Maschinen technisch auszeichnet

Gesättigte Brühgruppen sind direkt mit dem Kaffeekessel verbunden – die Gruppe ist thermisch Teil des Kessels statt ein separates Stück Metall, das sich erst aufwärmen muss. Das ist der Grund für das ruhige Temperaturverhalten, das man den Maschinen nachsagt. Dazu kommen Edelstahlgehäuse, wartungsfreundlicher Aufbau und eine Ersatzteilversorgung, die auch bei älteren Modellen noch trägt. Wenn du eine Maschine fünfzehn Jahre behalten willst, ist genau das der Punkt, der zählt – nicht das Datenblatt.

Was zur Nachhaltigkeit belegt ist

La Marzocco veröffentlicht konkrete Zahlen: Eine Photovoltaikanlage deckt nach Herstellerangabe den gesamten Strombedarf des Werks, bis zu 233 kW. Eine Kesselisolierung soll die Energieeffizienz um 20 Prozent erhöhen. Dazu kommen Standby-Modus bei der Linea PB, einzeln abschaltbare Gruppen bei der Strada, zertifizierter Grünstrom, ein Netto-Null-Ziel für 2050 und die B-Corp-Zertifizierung 2026.

Was wir nicht gefunden haben: belastbare Angaben zur Verpackung über allgemeine Formulierungen hinaus, und keine gerätespezifischen Verbrauchswerte für die Heimmodelle. Wer eine Maschine nach Stromverbrauch aussuchen will, findet bei La Marzocco keine Zahl dafür.

Und warum empfehlen wir sie trotzdem nicht immer?

Weil eine Maschine zu einem Tagesablauf passen muss, nicht zu einem Markenlogo. Wenn du fast nur schwarzen Espresso trinkst, zahlst du bei einem Dual Boiler für einen Dampfkessel, den du selten brauchst. Wenn du zu zweit morgens vier Milchgetränke machst, sieht die Rechnung anders aus. Wir fragen deshalb zuerst, was du trinkst – und reden danach über Maschinen.

Bei uns anschauen

  • Bern – Gerberngasse 44, 3011 Bern. Montag bis Samstag, 10 bis 18 Uhr.
  • Zürich – Hagenholzstrasse 50b, 8050 Zürich. Dienstag bis Samstag, 10 bis 17 Uhr.

Unsere La-Marzocco-Auswahl mit Zubehör und Ersatzteilen, unsere Gastromaschinen und ein Beratungstermin, wenn du in Ruhe reden möchtest.

Quellen

  • Gründung 1927, Werk seit 1961, Patent 372525 von 1939: Unternehmensgeschichte auf lamarzocco.com.
  • Doppelkessel-Anspruch von 1970 und Hinweis auf die Poker ab 1964: Heritage-Seite auf lamarzocco.com sowie Blogbeitrag zur Geschichte der GS auf lamarzoccousa.com.
  • Nachhaltigkeitsangaben: «Sustainable Innovation» und «Commitment» auf lamarzocco.com. Alle Werte sind Herstellerangaben ohne unabhängige Prüfung.

Häufige Fragen zu La Marzocco

Seit wann gibt es La Marzocco?

Seit 1927. Giuseppe und Bruno Bambi gründeten die Werkstatt in Florenz unter dem Namen «Officine Fratelli Bambi». Seit 1961 steht das Werk in den Hügeln nördlich von Florenz, heute in der Gemeinde Scarperia e San Piero.

Hat La Marzocco den Doppelkessel erfunden?

So pauschal lässt sich das nicht sagen. La Marzocco selbst formuliert es enger: 1970 sei mit dem Modell GS ein Patent für «die erste Maschine mit Doppelkessel und gesättigten Brühgruppen» eingereicht worden – die Kombination also, nicht der Doppelkessel allein. Und der Hersteller verweist selbst auf die Poker ab 1964 als früheren Mehrkesselversuch. Eine Patentnummer für den Doppelkessel haben wir nicht gefunden.

Welches Patent von La Marzocco ist belegt?

Das Patent 372525 vom 25. Februar 1939 für die erste Espressomaschine mit horizontalem Kessel. Das ist die technisch folgenreiche Neuerung: Sie machte die Bauform möglich, die bis heute hinter fast jeder Theke steht.

Was tut La Marzocco für Nachhaltigkeit?

Nach eigenen Angaben deckt eine Photovoltaikanlage den gesamten Strombedarf des Werks – bis zu 233 kW –, eine Kesselisolierung erhöht die Energieeffizienz um 20 Prozent, es gibt Standby-Funktionen und einzeln abschaltbare Gruppen, zertifizierten Grünstrom, ein Netto-Null-Ziel für 2050 und die B-Corp-Zertifizierung 2026. Gerätespezifische Verbrauchswerte für einzelne Heimmodelle veröffentlicht La Marzocco nicht.

Sind La-Marzocco-Maschinen ihren Preis wert?

Das hängt davon ab, was du damit machst. Verarbeitung, Temperaturverhalten und Ersatzteilversorgung sind auf professionellem Niveau, und Maschinen dieser Bauart halten sehr lange. Wenn du einmal am Tag einen Espresso trinkst, holst du diesen Vorteil aber nie ein. Der Kaffee wird nicht besser, weil die Maschine teurer ist.

Verkauft ihr nur La Marzocco?

Nein, und wir empfehlen auch nicht immer La Marzocco. Welche Maschine zu dir passt, hängt von deinem Tag ab – nicht von unserem Sortiment.


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