Zuriga E2, La Pavoni Casa Bar und Profitec GO im Vergleich

8. Aug 2026
Zuriga E2, La Pavoni Casa Bar und Profitec GO im Vergleich

Vier kompakte Siebträgermaschinen, vier sehr unterschiedliche Antworten auf dieselbe Frage. Der wichtigste Unterschied steht in keinem Datenblatt ganz oben, entscheidet aber für die meisten Leute alles: Eine der vier kann keine Milch aufschäumen.

Vorweg zwei Dinge, damit klar ist, woran du bist. Erstens: Von diesen vier Maschinen führen wir nur die beiden La Pavoni. Die Zuriga und die Profitec verkaufen wir nicht – wir vergleichen sie trotzdem, weil sie in der Schweiz regelmässig in derselben Auswahl landen. Zweitens: Alle Zahlen unten stammen von den Herstellern. Wo Quellen sich widersprechen oder etwas fehlt, sagen wir es dazu.

Die Frage, die du zuerst beantworten musst

Trinkst du Milchgetränke?

Dampflanze: das erste Ausschlusskriterium

Die Frage, die alles andere überholtohne DampfZuriga E2mit DampflanzeCasa Bar · Casa Bar PID · Profitec GOWer Cappuccino will, ist bei der E2 falsch – dafür gibt es die E2-S.
Die Zuriga E2 hat keine Dampflanze. Sie ist eine reine Espressomaschine; für Milchgetränke bietet Zuriga das Schwestermodell E2-S an. Die beiden La Pavoni und die Profitec GO haben eine.

Die Zuriga E2 hat keine Dampflanze. Sie ist eine reine Espressomaschine. Zuriga bietet dafür das Schwestermodell E2-S an, das Dampf kann. Wer also Cappuccino oder Flat White trinkt, ist mit der E2 schlicht falsch bedient – unabhängig davon, wie gut sie sonst ist.

Die anderen drei können Milch. Bei der Casa Bar ist die Lanze aus verchromtem Messing, bei der Casa Bar PID aus Edelstahl mit Cool-Touch-Ummantelung, bei der Profitec GO läuft der Dampf über ein Drehventil, ergänzt um eine Heisswasserfunktion.

Heisst die Profitec nun GO, GO 2.0 oder GO 100?

Beim Hersteller heisst sie schlicht GO. Weder „2.0“ noch „100“ taucht auf den Produktseiten von Profitec auf.

Die Zusätze kommen aus dem Handel. „GO 2.0“ grenzt die überarbeitete Ausführung von der ersten ab – Profitec selbst hat die Überarbeitung angekündigt, nennt sie aber „die neue GO“ und hat den Modellnamen behalten. „GO 100“ geht auf die interne Artikelnummer zurück; die Bedienungsanleitung läuft unter „GO 10100“, Ersatzteilhändler führen die Maschine als „Pro100“.

Praktisch heisst das: Wenn dir „GO“, „GO 2.0“ und „GO 100“ begegnen, ist in aller Regel dieselbe Maschine gemeint. Die Erstausführung wird von einzelnen Händlern noch als Restposten geführt und dort „GO 1.0“ genannt. Die Angaben in diesem Artikel beziehen sich auf die aktuelle Ausführung.

Wie unterscheiden sich die vier technisch?

Zuriga E2 Casa Bar Casa Bar PID Profitec GO
Bauart Durchlauferhitzer Einkreiser Einkreiser Einkreiser, Ringbrühgruppe
Kessel entfällt Stahl, 0,22 l Messing, 0,3 l Messing, 0,3 l, isoliert
Temperatur 93 °C, fest Thermostat PID, 92 °C, einstellbar PID, einstellbar
Siebträger 58 mm 55 mm 58 mm 58 mm
Wassertank 700 ml 2,9 l 3 l 2,8 l
Aufheizzeit 1,5 Min. keine Angabe keine Angabe ca. 7 Min.
Leistung 1800 W 950 W 1320 W 1300 W
Gewicht 9 kg 8,0 kg 13,3 kg 12,9 kg
Breite 17 cm 22 cm 23,5 cm 21 cm
Dampflanze nein ja ja, Cool Touch ja, plus Heisswasser
Manometer keine Angabe ja ja ja
Preinfusion keine Angabe keine Angabe keine Angabe ja, zuschaltbar
Shot Timer keine Angabe keine Angabe ja ja
Gebaut in Zürich Italien Italien Mailand

„Keine Angabe“ heisst: Wir haben dazu keine Herstellerangabe gefunden – nicht, dass die Funktion fehlt. Bei der Zuriga E2 widersprechen sich zudem die Herstellerquellen selbst: Die Produktseite nennt 9 Kilogramm, die Bedienungsanleitung 9,5; beim Druck steht auf der Produktseite „15 bar, reduziert auf 9 bar“, im Journal des Herstellers „16 bar“.

Was heisst „kein Kessel“ bei der Zuriga?

Dass das Wasser nicht in einem Behälter vorgeheizt wird, sondern im Durchlauf. Zuriga schreibt, die Maschine brauche „keinen Boiler mehr“; geheizt wird über ein Aggregat, das der Hersteller Z2 nennt, wobei Brühgruppe und Dampfseite getrennt beheizt werden.

Praktisch bedeutet das zweierlei. Erstens: eineinhalb Minuten Aufheizzeit – das ist der grösste Abstand im ganzen Vergleich, die Profitec braucht rund sieben Minuten. Zweitens: Die Temperatur wird laut Hersteller mehr als zehnmal pro Sekunde geregelt, mit einer Abweichung unter 1,1 Grad, aber auf fest eingestellte 93 Grad, die sich nicht verändern lassen.

Ob das ein Vorteil oder ein Nachteil ist, hängt davon ab, wie du arbeitest. Wer beim Espresso Dial-in auch an der Temperatur drehen will, kann das bei der Casa Bar PID und der Profitec GO – bei der Zuriga nicht.

Warum der Siebträger den Unterschied macht

Warum 55 statt 58 Millimeter zählt

Siebträgerdurchmesser58Zuriga E258 mm55Casa Bar55 mm58Casa Bar PID58 mm58Profitec GO58 mmDrei von vier liegen auf dem Marktstandard 58 mm.Nur die Casa Bar tanzt aus der Reihe.
Drei der vier Maschinen haben einen Siebträger mit 58 Millimetern, dem verbreiteten Standard. Nur die Casa Bar ohne PID hat 55 Millimeter – dafür ist die Auswahl an Filterkörben, Tampern und Verteilern deutlich kleiner.

Drei der vier liegen auf 58 Millimetern, dem verbreiteten Standard. Nur die Casa Bar ohne PID hat 55 Millimeter. Das klingt nach drei Millimetern Nebensache und ist in der Praxis der Punkt, an dem sich der Zubehörmarkt entscheidet.

Präzisionsfilterkörbe, Tamper, Verteiler und Dosiertrichter gibt es für 58 Millimeter von vielen Herstellern. Bei 55 Millimetern ist die Auswahl deutlich kleiner. Was das konkret bringt, steht bei den Präzisionsfilterkörben und beim Präzisions-Tamper.

Ist der Aufpreis für die PID-Version gerechtfertigt?

Die Frage stellt sich anders, als der Name vermuten lässt. Der Unterschied zwischen Casa Bar und Casa Bar PID ist nicht nur die Temperatursteuerung. Nach Herstellerangaben ändern sich gleich sechs Dinge:

Was die PID-Version zusätzlich mitbringt

  • Kessel aus Messing statt Stahl, 0,3 statt 0,22 Liter.
  • 58 statt 55 Millimeter Siebträger – der Zugang zum Standardzubehör.
  • 1320 statt 950 Watt Leistung.
  • Einstellbare Brühtemperatur mit Anzeige im Display, ab Werk 92 Grad.
  • Shot Timer im Display.
  • Dampflanze aus Edelstahl mit Cool Touch statt verchromtem Messing.

Dazu kommt das Gewicht: 13,3 statt 8,0 Kilogramm. Das ist kein Selbstzweck, sondern ein Hinweis auf mehr Metall im Inneren – was für Temperaturstabilität in der Regel hilfreich ist.

In unserem Shop kosten La Pavoni Casa Bar und La Pavoni Casa Bar PID rund 600 beziehungsweise 950 Franken.

Was die Profitec GO anders macht

Sie ist die am reichsten ausgestattete der vier – und die einzige, bei der du am Brühdruck schrauben kannst, ohne das Gehäuse zu öffnen. Profitec verbaut ein von aussen zugängliches Expansionsventil und ein Pumpendruckmanometer ab Werk.

Dazu kommen zuschaltbare Preinfusion, Shot Timer, OLED-Display, Heisswasserfunktion, programmierbare Ein- und Ausschaltzeit sowie ein ECO-Modus. In dieser Preisklasse ist das ungewöhnlich viel.

Der Preis dafür ist die Bauform: Die GO ist ein Einkreiser mit 0,3-Liter-Messingkessel, also brühst und dampfst du nacheinander, nicht gleichzeitig. Und mit rund sieben Minuten Aufheizzeit ist sie die geduldigste der vier. Sie nutzt keine E61-Brühgruppe, sondern eine Ringbrühgruppe – das ist der Grund, warum sie mit 12,9 Kilogramm auskommt, während E61-Maschinen aus demselben Haus über 20 Kilogramm wiegen.

Die Profitec GO führen wir derzeit nicht im Sortiment. Wir nehmen sie in diesen Vergleich auf, weil sie sachlich dazugehört – nicht, weil wir sie verkaufen wollen. Zwei Angaben konnten wir beim Hersteller nicht finden: den Einstellbereich des PID in Grad und einen Nenndruck der Pumpe in bar. Der oft genannte Wert von 9 bar stammt von Händlern, nicht von Profitec.

Wie viel Platz brauchen die vier?

Die Zuriga ist mit 17 Zentimetern Breite die schmalste und mit 700 Millilitern Tank die kleinste. Sie ist erkennbar für kleine Küchen gebaut, in denen täglich frisch gefüllt wird.

Die Profitec GO ist mit 21 Zentimetern schmaler als beide La Pavoni, dafür mit 36 Zentimetern die tiefste – unter einem knappen Hängeschrank wird das relevant. Die Casa Bar PID ist mit 37 Zentimetern die höchste.

Bei der maximalen Tassenhöhe nennt Zuriga 8 Zentimeter. Für La Pavoni und Profitec haben wir dazu keine Herstellerangabe gefunden – wer hohe Gläser für Latte Macchiato benutzt, sollte vorher nachmessen.

Welche passt zu wem?

Wenn du … dann …
keine Milchgetränke trinkst und wenig Platz hast Zuriga E2
Milch aufschäumen willst und knapp kalkulierst Casa Bar
58-mm-Zubehör und einstellbare Temperatur willst Casa Bar PID
viel Ausstattung willst und am Brühdruck schrauben magst Profitec GO
Milch und die Zuriga-Bauweise willst Zuriga E2-S (nicht in diesem Vergleich)

Was in keiner dieser Zeilen steht: welche den besseren Espresso macht. Das entscheidet zu einem grossen Teil die Mühle, und zwar deutlicher als die Maschine. Wer sparen muss, spart eher an der Maschine als an der Kaffeemühlen.

Häufige Fragen zum Vergleich

Hat die Zuriga E2 eine Dampflanze?

Nein. Die Zuriga E2 ist eine reine Espressomaschine ohne Dampf. Wer Milch aufschäumen will, braucht das Schwestermodell E2-S. Die beiden La Pavoni Casa Bar und die Profitec GO haben eine Dampflanze.

Heisst die Profitec wirklich GO 2.0?

Nein, nicht beim Hersteller. Profitec nennt das Modell durchgehend nur „GO“. Die Bezeichnungen „GO 2.0“ und „GO 100“ stammen aus dem Handel: „2.0“ grenzt die überarbeitete Ausführung von der ersten ab, „100“ geht auf die interne Artikelnummer Pro100 zurück. Es gibt nur ein aktuelles Modell.

Was unterscheidet die La Pavoni Casa Bar von der Casa Bar PID?

Deutlich mehr als die Temperatursteuerung. Nach Herstellerangaben unterscheiden sich Kessel (Stahl 0,22 Liter gegenüber Messing 0,3 Liter), Siebträger (55 gegenüber 58 Millimeter), Leistung (950 gegenüber 1320 Watt), Gewicht (8,0 gegenüber 13,3 Kilogramm) und Dampflanze (verchromtes Messing gegenüber Edelstahl mit Cool Touch). Die PID-Version hat ausserdem einen Shot Timer.

Welche der vier hat die meiste Ausstattung?

Die Profitec GO. Sie bringt PID, Pumpendruckmanometer, zuschaltbare Preinfusion, Shot Timer, OLED-Display, Heisswasserfunktion, programmierbare Ein- und Ausschaltzeit sowie ein von aussen zugängliches Expansionsventil zur Einstellung des Brühdrucks mit. Sie ist mit 12,9 Kilogramm aber auch keine Kleinstmaschine.

Welche Brühtemperatur hat die Zuriga E2?

93 Grad, fest eingestellt und nicht veränderbar. Der Hersteller gibt an, die Temperatur mehr als zehnmal pro Sekunde zu messen und zu regeln, mit einer Abweichung unter 1,1 Grad. Die Casa Bar PID liegt werkseitig bei 92 Grad und lässt sich verstellen; für die Profitec GO haben wir keinen Einstellbereich in Grad gefunden.

Welche Maschine ist am schnellsten betriebsbereit?

Die Zuriga E2. Der Hersteller nennt eineinhalb Minuten, weil die Maschine keinen Kessel aufheizen muss, sondern das Wasser im Durchlauf erhitzt. Profitec nennt für die GO rund sieben Minuten im Fast-Heat-Up-Modus. Für die beiden La Pavoni haben wir keine Herstellerangabe zur Aufheizzeit gefunden.

Welcher Siebträgerdurchmesser ist besser?

Nicht besser, aber praktischer: 58 Millimeter ist der verbreitete Standard, für den es Filterkörbe, Tamper und Verteiler in grosser Auswahl gibt. Zuriga E2, Casa Bar PID und Profitec GO haben 58 Millimeter, nur die Casa Bar ohne PID hat 55.

Sind diese Maschinen nach SCA-Standard zertifiziert?

Für keine der vier lässt sich das belegen. Den Standard SCA-350 für Espressomaschinen gibt es, in der öffentlichen Liste zertifizierter Geräte der Specialty Coffee Association sind aber ausschliesslich Heimbrüher und Mühlen aufgeführt. Weder Zuriga noch La Pavoni noch Profitec erscheinen dort.

Welche der vier soll ich kaufen?

Das hängt an vier Fragen: Brauchst du Milchschaum, wie viel Platz hast du, willst du die Brühtemperatur selbst einstellen, und wie viel Bedienkomfort ist dir wichtig? Ohne Milch und mit wenig Platz spricht viel für die Zuriga E2. Mit Milch und knappem Budget für die Casa Bar. Für 58-Millimeter-Zubehör und einstellbare Temperatur für die Casa Bar PID. Für die meiste Ausstattung und Schrauberfreundlichkeit für die Profitec GO.

Und jetzt?

Der ehrlichste nächste Schritt ist, die Maschinen anzufassen, statt Datenblätter zu lesen. In unseren Showrooms in Bern und Zürich stehen Geräte, an denen du selbst beziehen kannst – und in den Workshops gehen wir das gemeinsam durch.

Wie du danach den Espresso einstellst, steht im Espresso Dial-in. Welche Bohne dazu passt, findest du bei unseren Kaffeebohnen. Und warum eine dicke Crema nichts über Qualität aussagt, steht im Espresso-Artikel. Wir sind United by Coffee – egal, welche der vier bei dir auf der Ablage steht.

Quellen und Einordnung

  • Zuriga E2: Produktseiten ZEEU401 und ZEEU402, Bedienungsanleitung Generation 2 sowie das Hersteller-Journal zur zweiten Generation, alle zuriga.com. Fehlende Dampflanze und Abgrenzung zur E2-S: Zuriga Support.
  • La Pavoni New Casabar und New Casabar PID: Produktseiten von lapavoni.com für die Varianten Steel und Black sowie die Sortimentsübersicht „Manual coffee machines“.
  • Profitec GO: Produktseite und Blogbeitrag zur überarbeiteten Ausführung auf profitec-espresso.com; Fertigung in Mailand laut Herstellerseite „Handmade“. Die Bezeichnungen „GO 2.0“ und „GO 100“ stammen aus dem Handel und lassen sich beim Hersteller nicht belegen.
  • Aufheizzeit der Casa Bar PID: Händlerangabe, keine Herstellerangabe. Für die Casa Bar ohne PID haben wir zur Aufheizzeit gar keine Angabe gefunden.
  • Nicht gefunden: Pumpenhersteller bei allen vier Maschinen, PID-Einstellbereich der Profitec GO in Grad, Nenndruck der Profitec-Pumpe beim Hersteller, Gehäusematerial der GO laut Hersteller, Angaben zu Manometer und Tassenwärmer bei der Zuriga.
  • Zum Kesselvolumen der Profitec GO nennen mehrere Händler 0,4 Liter; der Hersteller nennt 0,3. Wir folgen der Herstellerangabe.
  • SCA-350: Der Standard für Espressomaschinen existiert, in der öffentlichen Liste zertifizierter Geräte der Specialty Coffee Association sind jedoch nur Heimbrüher und Mühlen geführt. Für keine der vier Maschinen ist eine Zertifizierung belegbar.
  • Zuriga E2 und Profitec GO führen wir nicht im Sortiment. Preise der beiden La Pavoni sind Stand der Erstellung dieses Artikels aus unserem Shop; massgeblich ist die jeweilige Produktseite.