Filterkaffee-Simulator
Filterkaffee einstellen: nach Gewicht, Verhältnis — und Geschmack
Die Kanne auf dem Tisch, der Duft in der Küche: Filterkaffee ist die ruhigste Art, eine Bohne kennenzulernen. Wir brühen nicht nach der Uhr. Wähle Methode, Kaffee in Gramm und Verhältnis — und sieh, wo dein Rezept im Brühdiagramm landet. Es gibt kein richtig oder falsch: Schmeckt es dir, passt es.
Die Regler: Kaffee in Gramm, Verhältnis (Gramm Wasser je Gramm Kaffee), Mahlgrad in Mikrometern, Wassertemperatur in °C, Giesstechnik — und die Brühzeit: bei Perkolation nur als Beobachtung, bei Immersion als Zutat deines Rezepts.
Die Ergebnisse: SchätzungStärke (TDS) und Extraktion in Prozent sind Rechenwerte aus dem Modell, keine Messung an deiner Tasse. Sie zeigen die Richtung, in die ein Regler zieht.
Die Grundlage: Extraktions-Kinetik aus Studien, Brühdiagramm nach der Neufassung von 2023 (UC Davis / SCA). Ohne Gewähr — Details direkt unter dem Werkzeug.
Genauer: Regler, Modell und Quellen
Die Regler im Detail: Kaffee (Dosis) 8–80 g. Die Startrezepte der Methoden sind Richtwerte zum Einstieg; wir haben sie im Oktober 2026 so gesetzt, dass sie im Modell nahe am klassischen Standard liegen (z. B. Chemex 520 statt 600 µm, Batch 560 statt 700 µm, AeroPress 1:15.5, Clever 1:17, Siphon 1:16) — Rezeptwerte, keine Formeländerung. Verhältnis 1:10 bis 1:20 — bei 18 g und 1:16.7 sind das rund 300 g Wasser, und das Werkzeug rechnet es dir gleich daneben aus. Wir arbeiten in Gramm, nicht in Millilitern: Die Waage ist genauer als jeder Messbecher. Mahlgrad 200–1200 µm, und das sind echte Mikrometer: der mittlere Partikeldurchmesser. Deine Mühle zeigt keine µm, darum ist der Startwert der Methode dein Anker. Wassertemperatur 60–99 °C. Giesstechnik (Agitation) wenig, mittel, viel: wie stark du das Kaffeebett bewegst — umrühren, kräftig aufgiessen, schwenken. Mehr Bewegung bringt mehr frisches Wasser an die Partikel und löst mehr. Ruhezeit seit der Röstung 0–45 Tage. Gesamthärte 17–250 ppm und Alkalinität 0–120 ppm: ppm heisst «parts per million», also Milligramm gelöstes Mineral je Liter Wasser, bei Härte und Alkalinität üblicherweise als Calciumcarbonat gerechnet (mg/l CaCO₃). 100 ppm entsprechen rund 5.6 °dH.
Die Brühzeit — eine Korrektur: In der alten Fassung war «Brühzeit 45–360 Sekunden» ein Regler wie jeder andere. Das passte nicht zu unserer Art zu brühen. Beim Durchlaufen (V60, Kalita, Chemex, Origami, Batch, Moka) stellst du die Zeit nicht ein: Sie ergibt sich aus Mahlgrad, Dosis und Giesstechnik. Darum heisst der Regler dort jetzt «Durchlaufzeit, beobachtet, kein Ziel» — du trägst ein, was deine Uhr zeigt, und das Modell braucht die Zahl nur als Kontaktzeit. Bei Immersion (French Press, AeroPress, Clever, Siphon, Cold Brew) ist die Ziehzeit eine Zutat deines Rezepts: Du entscheidest, wann du drückst. Auch dort ist sie kein Ziel. Die Tipps unter dem Ergebnis sagen darum «feiner mahlen — der Durchlauf wird von selbst länger», nicht «länger brühen».
Die Ergebnisse im Detail: SchätzungTDS (Stärke) und Extraktion (EY) stehen beide in Prozent, mit echter Einheit und echter Achse im Brühdiagramm. Trotzdem sind es Rechenwerte aus dem Modell, keine Messung an deiner Tasse: Sie sagen dir, wo dein Rezept ungefähr landet und in welche Richtung ein Regler zieht — nicht, was ein Refraktometer anzeigen würde. Dass TDS mit zwei Nachkommastellen dasteht, ist Rechengenauigkeit und keine Messgenauigkeit. Die Getränkemenge in Gramm ist gerechnet: Das Modell nimmt an, dass im Kaffeebett 2 g Wasser je Gramm Kaffee hängen bleiben. Die Geschmacksbeschreibung ist eine Einordnung, kein Verkostungsurteil.
Eine Rechenkorrektur: Extraktion ist definiert als TDS × Getränkemenge ÷ Kaffeemenge. In der alten Fassung stimmte das bei Immersion nicht — die angezeigte Extraktion lag 2 bis 4 Prozentpunkte über dem, was aus TDS und Getränkemenge folgte, und der Punkt sass nicht auf seiner eigenen Verhältnis-Linie. Jetzt stimmt die Bilanz für alle Methoden; die Kalibrierkonstante der Immersion haben wir so nachgezogen, dass das Startrezept der French Press wieder bei derselben Extraktion landet wie vorher (20.1 %). Bei Immersion ist die Stärke dadurch etwas höher als früher angezeigt — das ist die Geometrie des Diagramms, kein neues Wissen.
Das Brühdiagramm — was 2023 neu ist: Peer-ReviewDas klassische Brewing Control Chart (Lockhart 1957) nannte den Bereich 18–22 % Extraktion und 1.15–1.35 % TDS «ideal» — das ist auch der SCA-Golden-Cup-Standard. Guinard, Frost, Batali, Cotter, Lim & Ristenpart haben das Diagramm 2023 mit Sensorik-Panels und Konsumentendaten neu gezeichnet (Journal of Food Science 88, 2168–2177). Ergebnis: Derselbe Bereich heisst dort nur noch «klassischer Standard», weil er nicht für alle Vorlieben gilt. Sauer und zitrus liegen bei hoher Stärke und wenig Extraktion, bitter und röstig bei hoher Stärke und viel Extraktion, «süss» bei niedriger Stärke, teeartig bei viel Extraktion und wenig Stärke. 57 % der Befragten (junge Erwachsene in Nordkalifornien) mochten leichte, wenig bittere Kaffees am liebsten, 43 % kräftige oder helle, säurebetonte. Wir haben das Werkzeug entsprechend umbenannt: kein «ideal», keine «Golden Cup»-Trophäe — ein klassischer Standard als Orientierung, dein Geschmack entscheidet. Die Prozentzahlen stammen aus dieser einen Gruppe und sind nicht auf die Schweiz übertragbar.
Die Grundlage: SchätzungDie Extraktions-Kinetik folgt Liang, Chan & Ristenpart 2021 für Immersion und Moroney et al. 2015/2016 für Perkolation, kalibriert so, dass die Startrezepte nahe am klassischen Standard liegen. Die Sensorik-Zuordnung stützt sich auf Guinard et al. 2023, die Vorlieben-Gruppen auf Cotter et al. 2021 und Guinard et al. 2023. Die Wasserchemie wirkt bewusst nur als kleiner Modifikator (±1 %). Die frühere Begründung dafür («SCA: Härte-Effekt 20–250 ppm insignifikant») konnten wir nicht belegen — sie bleibt hier als unbelegte Annahme stehen und ist im Werkzeug so gekennzeichnet. Die Quellen sind belegt; wie wir sie zu einer Formel verbunden und auf die elf Methoden gelegt haben, ist unsere Modellierung: geschätzt, nicht gemessen.
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Das hier ist ein Simulator. Er rechnet mit einem vereinfachten Modell und zeigt dir Zusammenhänge — keine Messwerte und keine Zusicherung. Was bei dir in der Tasse landet, hängt von deiner Maschine, deinem Wasser, deiner Bohne und deiner Arbeitsweise ab.
Unsere Empfehlungen sind Erfahrungswerte aus Beratung, Kurs und Showroom. Sie sind unverbindlich und ohne Gewähr. Für Schäden, die aus der Anwendung entstehen, übernehmen wir keine Haftung. Im Zweifel gilt, was dein Hersteller in der Bedienungsanleitung schreibt.
SchätzungDer Punkt im Brühdiagramm und die Zahlen daneben — Stärke und Extraktion in Prozent, Getränkemenge in Gramm — sind Rechenwerte aus dem Modell, keine Messung an deiner Tasse. Wasser, Mahlgrad, Temperatur und Zeit neben den Reglern sind deine eigenen Einstellungen, umgerechnet.
Was du aus dem Werkzeug mitnimmst
Zwei Hebel steuerst du am einfachsten: das Verhältnis (wie stark) und den Mahlgrad (wie viel gelöst wird). Die Zeit ist beim Durchlaufen nur die Folge davon. Ein guter Startpunkt sind 60 bis 65 g Kaffee pro Liter Wasser, also etwa 1:15 bis 1:17, und Wasser zwischen 92 und 96 °C. Von dort aus entscheidet die Tasse: Eher sauer und dünn? Feiner mahlen oder kürzeres Verhältnis. Eher bitter? Gröber mahlen oder kühler brühen.
Fragen zu Methode, Mühle oder Wasser beantwortet dir Jackson, unser KI-Berater — rund um die Uhr, zuerst nach Look und Moment, dann nach Technik.
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