Deep Dive: Einkreiser, Zweikreiser & Dual Boiler – Wie das Heizsystem deinen Espresso beeinflusst

Deep Dive: Einkreiser, Zweikreiser & Dual Boiler – Wie das Heizsystem deinen Espresso beeinflusst

Wer eine Siebträgermaschine kauft, steht vor einer grundsätzlichen Entscheidung: Einkreiser, Zweikreiser oder Dual Boiler? Die Antwort hängt nicht nur vom Budget ab, sondern vor allem davon, was du in der Tasse erwartest – und wie du deinen Kaffee trinkst. Denn das Heizsystem bestimmt die Temperaturstabilität, die Dampfleistung und damit direkt die Aromenentwicklung bei der Extraktion.

Dieser Deep Dive erklärt die drei Systeme aus der Perspektive der Extraktionschemie: Was passiert mit der Wassertemperatur während des Bezugs? Wie wirkt sich das auf den Geschmack aus? Und welches System passt zu deinem Workflow?

Eines vorweg: Du brauchst keinen Dual Boiler, um grossartigen Espresso zu machen. Ein gut eingestellter Einkreiser liefert Shots, die dich morgens glücklich machen. Die Frage ist nicht "Was brauche ich?" – die Frage ist: Was macht mir Freude?

Allerdings – und das sagen wir nach Jahren in der Beratung ganz offen – sehen wir bei unseren Kunden die konstantesten und besten Ergebnisse mit gesättigten Brühgruppen, Dual Boilern und modernen Hybridsystemen. Die Temperaturstabilität dieser Systeme verzeiht mehr, belohnt Präzision und macht gerade den Einstieg oft einfacher, als man denkt.

Die drei Heizsysteme im Überblick

System Funktionsweise Thermik & Aroma Ideal für
Einkreiser Ein Kessel für Brühwasser und Dampf. Zwischen den Modi muss umgeschaltet (aufgeheizt/abgekühlt) werden. Temperaturstabil während des Bezugs, da direkt aus dem Kessel gebrüht wird. Keine gleichzeitige Dampferzeugung. Espresso-Puristen, die Fokus auf Aroma und Körper setzen.
Zweikreiser Ein grosser Dampfkessel; das Brühwasser fliesst durch ein separates Rohr (Wärmetauscher) im Kessel. Gleichzeitiges Brühen und Dampfen möglich. Erfordert oft einen Cooling Flush, damit die Brühtemperatur nicht zu hoch liegt. Cappuccino-Trinker und Haushalte, die Effizienz schätzen.
Dual Boiler Zwei getrennte Kessel – einer für Brühwasser, einer für Dampf. Beide unabhängig temperierbar. Höchste Präzision. Die Brühtemperatur lässt sich gradgenau per PID steuern – unabhängig von der Dampfnutzung. Perfektionisten und alle, die konstante Ergebnisse ohne Kompromisse wollen.

Warum kostet die eine Maschine 600 und die andere 3000 Franken? Die Komponenten machen den Unterschied

Der Preis einer Siebträgermaschine spiegelt nicht nur das Heizsystem wider, sondern vor allem die Qualität der verbauten Komponenten. Und genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen – denn die Pumpe, das Kesselmaterial und die Brühgruppe bestimmen, wie stabil, leise und langlebig deine Maschine arbeitet.

Die Pumpe: Vibration, Rotation oder Gear Pump

Die Vibrationspumpe (auch ULKA- oder Ceme-Pumpe) ist der Standard im Einsteiger- und Mittelsegment. Sie arbeitet zuverlässig, ist günstig in der Herstellung und liefert genug Druck für einen sauberen Bezug. Der Nachteil: Sie vibriert hörbar und liefert keinen ganz so konstanten Druckverlauf wie hochwertigere Alternativen. Maschinen wie die La Pavoni Casa Bar PID und die Rocket Appartamento TCA setzen auf bewährte Vibrationspumpen. Auch die Arkel Coast nutzt zwei unabhängige Vibrationspumpen – allerdings speziell gelagert und überraschend leise.

Die Rotationspumpe (Rotary Vane Pump) arbeitet nahezu geräuschlos, liefert einen gleichmässigeren Druck und ermöglicht bei vielen Maschinen den Anschluss an eine Festwasserleitung. Die Torre Luigino TSP im Zweikreiser-Segment und die La Marzocco Linea Micra und Linea Mini setzen auf Rotationspumpen – ein deutlicher Komfortgewinn im Alltag.

Die Gear Pump (Zahnradpumpe) ermöglicht echtes Pressure Profiling mit 0,1-Bar-Genauigkeit und arbeitet dabei flüsterleise. Die WPM Primus ist das aktuell spannendste Beispiel: 20 programmierbare Druckprofile, 1 – 12 Bar Druckbereich, alles über ein intuitives Display steuerbar.

Gönn dir den Unterschied: Ja, eine Vibrationspumpe macht guten Espresso. Aber wenn du einmal das leise Summen einer Rotationspumpe morgens um sechs erlebt hast – ohne das ratternde Vibrieren, das durch die Küche hallt – willst du nicht mehr zurück. Das ist kein Muss. Aber es ist einer dieser Momente, wo Qualität sich nicht in der Tasse, sondern im Gefühl zeigt.

Das Kesselmaterial: Aluminium, Messing, Kupfer oder Edelstahl

Aluminium-Kessel findest du in den günstigsten Einsteiger-Maschinen. Sie heizen schnell auf, speichern aber wenig Wärme und sind anfälliger für Korrosion. Für gelegentlichen Gebrauch funktionieren sie – für ambitionierte Home-Baristas empfehlen wir sie nicht.

Messing ist das klassische Kesselmaterial im Prosumer-Segment: exzellente Wärmeleitfähigkeit, hohe thermische Masse, langlebig. Die La Pavoni Casa Bar PID nutzt einen verchromten Messingkessel – kompakt, aber thermisch stabil. Auch viele E61-Maschinen setzen auf Messing in der Brühgruppe (4 – 5 kg schwer), was massgeblich zur Temperaturstabilität beiträgt.

Kupfer bietet die beste Wärmeleitfähigkeit aller gängigen Kesselmaterialien und wird traditionell in italienischen Maschinen verbaut. Der 1,5-Liter-Kupferkessel der Torre Luigino TSP und der 1,8-Liter-Kupferkessel der Rocket Appartamento TCA sind typische Beispiele. Auch die WPM Primus nutzt einen 0,8-Liter-Kupferboiler in ihrem Triple-Hybrid-System.

Edelstahl (AISI 316) ist die modernste Variante: kalkresistenter als Kupfer, langlebig und geschmacksneutral. Die Arkel Coast setzt konsequent auf 100 % Edelstahl im gesamten Wasserkreislauf – kein Kupfer, kein Messing, kein Kontakt mit Metallen, die den Geschmack beeinflussen könnten. Auch La Marzocco verbaut in der Linea Micra und Linea Mini Edelstahlkessel.

Kesselmaterial Wärmeleitung Wärmespeicher Kalkresistenz Typisches Segment
Aluminium Gut Gering Niedrig Einsteiger (unter 500 CHF)
Messing Sehr gut Hoch Mittel Prosumer (500 – 1500 CHF)
Kupfer Exzellent Hoch Mittel Premium (1000 – 3000 CHF)
Edelstahl (AISI 316) Mittel Mittel (mit Isolation hoch) Exzellent Premium / High-End

Die Brühgruppe: Warum gesättigte Systeme den Unterschied machen

Die E61-Brühgruppe ist ein Industriestandard – ein massiver Messingkopf von 4 – 5 kg, durch den per Thermosyphon permanent heisses Wasser zirkuliert. Das System hat sich über Jahrzehnte bewährt und liefert ein weiches, viskoses Mundgefühl mit betontem Körper. Aber: Die E61 braucht 20 – 30 Minuten zum Aufheizen und zeigt bei schnellen, aufeinanderfolgenden Bezügen typischerweise Temperaturschwankungen von ±2 – 3 °C.

Die gesättigte Brühgruppe (Saturated Group) arbeitet nach einem anderen Prinzip: Die Gruppe ist direkt mit dem Brühkessel verbunden und permanent von heissem Wasser umspült – nicht nur von oben wie bei der E61, sondern rundum. Das Brühwasser durchströmt eine Gruppe, die kontinuierlich auf exakter Solltemperatur gehalten wird. Das Ergebnis: Temperaturstabilität von ±0,5 °C über den gesamten Shot – vom ersten bis zum letzten Tropfen.

Diesen Unterschied kannst du schmecken. Eine E61 extrahiert am Anfang des Shots bei einer leicht anderen Temperatur als am Ende – das kann zu einem unbalancierten Profil führen, besonders bei hellen Röstungen. Eine gesättigte Gruppe extrahiert gleichmässig: saubere Aromen, klare Trennung, reproduzierbare Ergebnisse.

Unsere Erfahrung als Kaffeerösterei: Wir haben über die Jahre hunderte Kunden beraten und deren Feedback ausgewertet. Die konstantesten Ergebnisse in der Tasse – besonders bei anspruchsvollen Röstungen – erzielen unsere Kunden mit gesättigten Brühgruppen (Arkel Coast, La Marzocco Micra/Mini) und modernen Hybridsystemen (WPM Primus). Das heisst nicht, dass E61-Maschinen schlechteren Kaffee machen. Aber die Lernkurve ist kürzer, die Fehlertoleranz höher und die Reproduzierbarkeit besser, wenn die Brühgruppe die Temperatur von allein konstant hält.

Die Chemie dahinter: Bei 88 °C extrahierst du primär Fruchtsäuren. Bei 93 °C balanciert sich Säure mit Süsse. Bei 96 °C dominieren Bitterstoffe. Eine Maschine, die während der Extraktion von 91 °C auf 94 °C driftet, löst am Anfang andere Aromaverbindungen als am Ende – der Shot schmeckt unbalanciert. Eine gesättigte Brühgruppe hat geringere Abweichungen während der Extraktion. Vom ersten bis zum letzten Tropfen. Das bedeutet: gleichmässige Extraktion, vorhersagbare Ergebnisse, wiederholbare Qualität.

Einkreiser: Ein Kessel, volle Konzentration

Der Einkreiser ist das älteste und einfachste Prinzip: Ein einzelner Kessel erhitzt das Wasser sowohl für den Espresso-Bezug als auch für die Dampferzeugung. Im Brühmodus hält der Kessel die Wassertemperatur typischerweise zwischen 90 und 96 Grad. Willst du anschliessend Milch schäumen, musst du den Kessel auf rund 120 bis 130 Grad hochfahren – und danach wieder abkühlen lassen, bevor der nächste Espresso gezogen werden kann.

Was auf den ersten Blick nach Einschränkung klingt, hat einen Vorteil: Während des Bezugs ist die Temperatur bemerkenswert stabil. Das Brühwasser kommt direkt aus dem Kessel – ohne Umwege über Wärmetauscher. Für reine Espresso-Trinker, die selten oder nie Milch schäumen, ist ein Einkreiser eine solide Wahl zum Einstieg.

Die Chemie dahinter: Eine stabile Brühtemperatur sorgt für eine gleichmässige Extraktion der Aromastoffe. Schon 1 Grad Abweichung können den Unterschied machen zwischen einem ausgewogenen Shot mit klarer Süsse und einem Bezug mit dominanten Bitterstoffen. Einkreiser bieten diese Stabilität von Haus aus – solange du im Brühmodus bleibst.

Unser Einkreiser-Beispiel: La Pavoni Casa Bar PID

Die La Pavoni Casa Bar PID zeigt, was ein moderner Einkreiser leisten kann. Das integrierte PID-System erlaubt dir, die Brühtemperatur zwischen 80 und 100 Grad in feinen Schritten einzustellen. Der 0,3-Liter-Messingkessel mit verchromter Ringbrühgruppe heizt schnell auf und hält die Temperatur dank Messing-Wärmespeicher zuverlässig konstant. Kompakt, mit 58-mm-Siebträger und Shot-Timer ausgestattet, 100 % Made in Italy.

Im Einkreiser-Segment bieten auch die Torre Pierino (E61 + PID) bewährte Alternative.

Unser ehrlicher Rat: Wenn du ausschliesslich Espresso trinkst, ist ein Einkreiser mit PID ein guter Startpunkt. Aber sobald Milchgetränke zu deinem Alltag gehören oder du mit verschiedenen Röstprofilen experimentieren willst, stösst du schnell an die Grenzen des Systems. Für die meisten unserer Kunden empfehlen wir den direkten Einstieg in einen Dual Boiler oder ein Hybridsystem – der Preisunterschied ist über die Nutzungsdauer oft geringer als gedacht, und die tägliche Freude deutlich grösser.


Zweikreiser: Gleichzeitig brühen und schäumen

Im Zweikreiser (Heat Exchanger / HX) gibt es nur einen Kessel – aber dieser Kessel arbeitet auf Dampftemperatur, typischerweise bei 120 bis 130 Grad. Das Brühwasser fliesst nicht direkt aus diesem Kessel, sondern durch ein Rohr, das im heissen Dampfkessel liegt: den Wärmetauscher. Dort wird es auf Brühtemperatur gebracht, während der Kessel selbst jederzeit dampfbereit bleibt.

Das Prinzip ermöglicht gleichzeitiges Brühen und Milchschäumen – der grosse Vorteil gegenüber dem Einkreiser. In der Praxis bedeutet das: Du startest den Shot, greifst direkt zur Dampflanze und texturierst die Milch, während der Espresso läuft.

Der Haken: Nach längerer Standzeit überhitzt das Wasser im Wärmetauscher. Dann musst du vor dem ersten Bezug einen sogenannten Cooling Flush durchführen – also kurz Wasser ablassen, bis die Temperatur im richtigen Bereich liegt. Das erfordert Erfahrung und ist eine zusätzliche Variable, die du bei einem Dual Boiler oder Hybridsystem nicht hast.

Die Chemie dahinter: Ein überheiztes Wärmetauscherrohr kann die Brühtemperatur kurzfristig auf über 100 Grad treiben. Bei diesen Temperaturen werden verstärkt Bitterstoffe und Chlorogensäure-Abbauprodukte gelöst – der Espresso schmeckt harsch und flach. Der Cooling Flush bringt die Temperatur zurück in den optimalen Bereich von 90 bis 96 Grad, wo die Balance zwischen Süsse, Säure und Körper stimmt.

Unsere Zweikreiser-Beispiele: Torre Luigino TSP & Rocket Appartamento TCA

Die Torre Luigino TSP Total Black löst das Cooling-Flush-Problem intelligent. Torres TSP (Torre Smart PID) senkt die Kesseltemperatur nach längerer Standzeit automatisch ab – der erste Shot nach einer Pause liegt bereits im richtigen Bereich, ohne manuelles Flushen. Der 1,5-Liter-Kupferkessel mit E61-Brühgruppe, ERGOLIFT-Hebel und leiser Rotationspumpe macht die Luigino TSP zum technisch ausgereiftesten Zweikreiser in unserem Sortiment.

Die Rocket Appartamento TCA setzt auf die bewährte E61-Brühgruppe mit Thermosyphon-Zirkulation und dem TCA-System (Temperature Control Adjustment). Der 1,8-Liter-Kupferkessel liefert kraftvollen Dampf, das ikonische Design (fünf Farbkombinationen) ist seit Jahren eines der beliebtesten im Premium-Segment. Handgefertigt in Mailand.

Zweikreiser sind bewährte Maschinen mit viel Charakter – besonders die E61-Technik liefert ein weiches, viskoses Mundgefühl, das viele Kaffeetrinker schätzen. Für unsere Kunden, die regelmässig Milchgetränke zubereiten und mit verschiedenen Röstungen arbeiten, empfehlen wir allerdings zunehmend den Schritt zum Dual Boiler oder Hybridsystem. Die Gründe: keine Flush-Routine nötig, gradgenaue Temperatursteuerung und insgesamt konstantere Ergebnisse – gerade für helle und mittlere Röstungen, wo jedes Grad zählt.

Weitere Zweikreiser im Sortiment: ECM Mechanika VI Slim (platzsparend, E61, Vibrationspumpe) und Profitec Pro 500 (PID-Regelung, Festwasser-Option).


Dual Boiler & Hybridsysteme: Unsere Empfehlung für beste Ergebnisse

Wenn wir nach Jahren der Beratung und Kundenbegleitung eines gelernt haben, dann das: Die konstantesten Ergebnisse in der Tasse erreichen unsere Kunden mit Dual Boilern und modernen Hybridsystemen. Maschinen mit gesättigter Brühgruppe, unabhängiger Temperaturregelung und durchdachter Dampfleistung machen den Unterschied – nicht nur für Perfektionisten, sondern für alle, die ihren Kaffee täglich geniessen wollen, ohne sich Gedanken über Flush-Routinen oder Temperaturdrift zu machen.

Das bedeutet nicht, dass du tausende Franken mehr ausgeben musst. Maschinen wie die Arkel Coast oder die WPM Primus bieten Dual-Boiler- und Hybrid-Technologie zu Preisen, die noch vor wenigen Jahren undenkbar waren – und mit Features, die manche Maschinen im doppelten Preissegment nicht haben.

Arkel Coast – Gesättigte Brühgruppe, Dual Boiler, Flow Control

Die Arkel Coast ist die Maschine, die wir am häufigsten empfehlen, wenn Kunden uns nach dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis im Dual-Boiler-Segment fragen. Und das hat konkrete Gründe:

Zwei unabhängige Edelstahlkessel (0,7 L Brühkessel + 1,0 L Dampfkessel), eine elektrisch beheizte gesättigte Brühgruppe, PID-Temperatursteuerung per Touchscreen und manuelles Flow Control (Nadelventil) – serienmässig, ohne teure Nachrüstungen. Dazu kommt ein 100 % Edelstahl-Wasserkreislauf: kein Kupfer, kein Messing, geschmacksneutral und kalkresistent. Aufheizzeit unter 10 Minuten. Handgefertigt in Porto, Portugal, mit über 95 % europäischen Komponenten.

Das Flow Control Paddle erlaubt dir Pressure Profiling direkt am Gruppenkopf – sanfte Pre-Infusion mit niedrigem Druck, dann voller Bezug bei 9 Bar, oder experimentelle Profile für helle Single Origins. Du kannst das Paddle aber auch einfach offen lassen – dann verhält sich die Coast wie eine klassische Maschine. Kein Zwang zur Komplexität, aber die Option ist da, wenn du sie brauchst.

Die Coast löst ein Problem, das viele Dual-Boiler-Maschinen haben: Sie ist kompakt. Mit 37,8 cm Breite, 40,4 cm Tiefe und 40,6 cm Höhe passt sie auf Arbeitsflächen, auf denen klassische Dual Boiler keinen Platz finden. 23 kg Gewicht, solide wie ein Tresor.

Unsere Erfahrung: Die Arkel Coast liefert in Kombination mit einer guten Mühle Ergebnisse, die an deutlich teurere Maschinen heranreichen. Die gesättigte Brühgruppe hält die Temperatur konstant, das Flow Control eröffnet Möglichkeiten für Fortgeschrittene, und die schnelle Aufheizzeit macht sie alltagstauglich. Mehrere unserer Kunden sind von E61-Zweikreisern auf die Coast umgestiegen und berichten von spürbar saubereren, klareren Shots – besonders bei mittleren und hellen Röstungen.

WPM Primus – Triple Hybrid mit Gear Pump und Pressure Profiling

Die WPM Primus (KD-310VPS) denkt Espressomaschinen komplett neu. Statt eines klassischen Kesselsystems setzt WPM auf ein Triple-Hybrid-Heizsystem: Ein 0,8-Liter-Kupferboiler für den Brühkreislauf, ein PID-geregelter Thermoblock für die Brühtemperatur (70 – 98 °C, ±1 °C) und ein separater SuperSteam-Thermoblock mit 7-stufiger Dampfregulierung für trockenen, kraftvollen Dampf.

Das Herzstück ist die Gear Pump (Zahnradpumpe): 0,1 Bar Druckgenauigkeit, 1 – 12 Bar Druckbereich, 20 programmierbare Druckprofile plus individuelle Custom Profiles. Ein rundes LED-Farbdisplay am Gruppenkopf zeigt dir Druck, Temperatur, Flow und aktives Profil in Echtzeit – während des Bezugs, direkt in deinem Blickfeld. Das ist Transparenz, die keine andere Maschine in dieser Preisklasse bietet.

Die Primus ist in 4 – 5 Minuten betriebsbereit. Kein 20-minütiges Aufheizen wie bei E61-Maschinen. Der SuperSteam-Thermoblock liefert trockenen Dampf mit einer Qualität, die in der Barista-Szene längst Kultstatus hat – nicht umsonst wird WPM bei Latte-Art-Meisterschaften eingesetzt. Die 360°-Dampflanze mit Dual-Loch-Design macht das Texturieren von Milch zum Kinderspiel.

58-mm-Metallbrühgruppe, 1,8-Liter-Wassertank (optional festwassertauglich), Edelstahlgehäuse mit Kupferboiler. Eine Maschine für experimentierfreudige Home-Baristas und kleine Cafés, die Geschwindigkeit, Kontrolle und Dampfpower in einem Gerät vereint.

Unsere Erfahrung: Die WPM Primus ist die Maschine für alle, die Pressure Profiling nicht als Spielerei, sondern als Werkzeug verstehen. Die Gear Pump erlaubt Druckkurven, die bei Vibrations- und Rotationspumpen schlicht nicht möglich sind. Unsere Kunden nutzen das für sanfte Pre-Infusion bei dunklen Röstungen (3 – 4 Bar für 5 Sekunden, dann 9 Bar) oder für langsame, druckreduzierte Bezüge bei hellen Single Origins. Und der Dampf: Wer einmal Milch mit dem SuperSteam texturiert hat, versteht, warum WPM in der Latte-Art-Szene Referenz ist.

La Marzocco Linea Micra – Gastro-DNA im kompaktesten Format

Die La Marzocco Linea Micra bringt die gesättigte Brühgruppe der professionellen Linea-Serie in ein Format, das auf jede Küchenarbeitsplatte passt: 34 cm Höhe, 29 cm Breite, 39 cm Tiefe, 19 kg. Klein, aber mit der DNA kommerzieller Gastronomie-Maschinen.

Zwei Edelstahlkessel (0,25 L Brühkessel + 1,6 L Dampfkessel), integrierte gesättigte Brühgruppe, Rotationspumpe, PID-Temperatursteuerung über die La Marzocco Home App (WLAN), eingebaute Pre-Infusion, automatisches Backflush-Programm. Die Micra heizt in rund 5 Minuten auf – ein Bruchteil der Zeit, die eine E61-Maschine benötigt.

Die Dampfleistung ist für diese Baugrösse bemerkenswert: Der 1,6-Liter-Dampfkessel liefert trockenen, kraftvollen Dampf für cremigen Microfoam. Die cool-touch Dampflanze schützt vor Verbrennungen. Erhältlich in 7 Farben – vom klassischen Stahl bis zu Gelb und Blau.

Handgefertigt in Florenz, mit denselben Komponenten wie die Linea Mini. Die Micra ist das Einstiegsmodell in die La-Marzocco-Welt und gleichzeitig die kompakteste Maschine mit professioneller gesättigter Brühgruppe auf dem Markt.

La Marzocco Linea Mini – Das Café für Zuhause

Die La Marzocco Linea Mini ist seit Jahren der Massstab im Home-Dual-Boiler-Segment – und das aus gutem Grund. Abgeleitet von der kommerziellen Linea Classic, vereint sie einen 0,17-Liter-Brühkessel mit integrierter Brühgruppe (Integrated Group) und einen mächtigen 3,0-Liter-Dampfkessel.

Die neueste Version (Linea Mini R) bringt Brew-by-Weight-Kompatibilität (mit La Marzocco Connected Scale), verbessertes Pre-Infusion-System, Shot-Timer am Gerät, Barista Lights und App-Integration mit Scheduling, Auto-Backflush und Fernsteuerung. Die interne Rotationspumpe arbeitet leise und liefert stabilen Druck – optional mit Festwasseranschluss für noch konstantere Ergebnisse.

Mit 38 cm Höhe, 36 cm Breite, 53 cm Tiefe und knapp 30 kg Gewicht ist die Linea Mini grösser als die Micra, aber auch leistungsstärker: Der 3-Liter-Dampfkessel steckt auch intensive Milchschäum-Sessions ohne Recovery-Pausen weg. Für Familien, die morgens vier Cappuccinos hintereinander brauchen, macht das den entscheidenden Unterschied.

Wichtig: La Marzocco Maschinen unterliegen einem persönlichen Bestellprozess – das ist eine Vorgabe des Herstellers. Online-Direktkauf ist nicht möglich. Kontaktiere uns für eine individuelle Beratung und Bestellung.

Unsere Erfahrung: Wenn Kunden uns fragen, welche Maschine die absolut besten Ergebnisse in der Tasse liefert, landen wir fast immer bei La Marzocco. Die Temperaturstabilität der gesättigten Brühgruppe ist in der Praxis spürbar: saubere Aromen, klare Trennung, reproduzierbare Ergebnisse – Shot für Shot, Tag für Tag. Besonders bei hellen Röstungen wie unserer Wild Peach zeigt sich der Unterschied dramatisch. Dieselbe Bohne auf einer E61-Maschine: sauer am Anfang, bitter am Ende. Auf einer Micra oder Mini: balanciert, fruchtig, süss. Der einzige Unterschied? Temperaturstabilität.

Rocket Bicocca – Dual Boiler mit Touch-Display

Die Rocket Bicocca ist Rockets Antwort auf die Frage, wie ein moderner Dual Boiler für Zuhause aussieht: Vollständig programmierbar, mit intuitivem Touch-Display am Gruppenkopf, Edelstahlgehäuse und den bewährten Rocket-Qualitätsstandards. Handgefertigt in Mailand, vereint die Bicocca Dual-Boiler-Präzision mit italienischem Design.

Auch die ECM Synchronika II (zwei isolierte Edelstahlkessel, PID, Festwasser-Option) bietet im deutschen Dual-Boiler-Segment eine solide Alternative mit klassischer E61-Brühgruppe.


Alle Features auf einen Blick: Einkreiser vs. Zweikreiser vs. Dual Boiler vs. Hybrid

Merkmal Einkreiser Zweikreiser Dual Boiler / Hybrid
Beispielmaschinen (CCC) La Pavoni Casa Bar PID Torre Luigino TSP, Rocket Appartamento TCA Arkel Coast, WPM Primus, La Marzocco Micra/Mini, Rocket Bicocca
Kessel 1 Kessel (Brühen + Dampf im Wechsel) 1 Kessel (Dampf) + Wärmetauscher 2 separate Kessel oder Hybrid-System (Kessel + Thermoblock)
Brühgruppe Ring- oder E61-Brühgruppe E61-Brühgruppe (Thermosyphon) Gesättigt (Arkel, La Marzocco), Metall-Gruppe (WPM), E61 (Rocket Bicocca, ECM)
Gleichzeitig brühen & dampfen Nein Ja Ja
Cooling Flush nötig Nein (aber Warten beim Moduswechsel) Ja (nach Standzeit) Nein
Temperaturstabilität Gut bis sehr gut (im Brühmodus) Gut (mit Flush-Routine) Exzellent (gesättigte Gruppe: ±0,5 °C)
Brühtemperatur einstellbar Mit PID ja (La Pavoni) Indirekt (Kesseldruck / Smart PID) Ja, gradgenau (PID pro Kessel / App)
Dampfleistung Begrenzt Stark (grosser Dampfkessel) Stark bis sehr stark (Arkel 1L, LM Mini 3L, WPM SuperSteam)
Aufheizzeit 5 – 10 Min 15 – 25 Min (E61) 2 – 3 Min (WPM), 5 – 6 Min (Arkel, LM Micra), 15 – 20 Min (LM Mini)
Pressure Profiling Nein Nein (ausser Nachrüstung) Ja: Flow Control (Arkel), Gear Pump (WPM), Pre-Infusion (La Marzocco)
Display / App Einfach (LED, PID-Anzeige) OLED (Torre TSP) Touchscreen (Arkel), LED-Farbdisplay (WPM), App + WLAN (La Marzocco)
Fehlerverzeihend Gut (stabile Temp im Brühmodus) Mittel (Flush-Technik erforderlich) Sehr gut (PID + gesättigte Gruppe kompensieren automatisch)
Preissegment Einstieg bis Mittel Mittel bis Gehoben Mittel (Arkel, WPM) bis Premium (La Marzocco)

Für wen eignet sich welches System?

Du trinkst fast ausschliesslich Espresso und willst günstig starten? Dann ist ein Einkreiser mit PID wie die La Pavoni Casa Bar PID ein guter Startpunkt. Du sparst Platz und Geld. Aber sei gewarnt: Die meisten unserer Kunden upgraden innerhalb von 1 – 2 Jahren, sobald sie anfangen, mit verschiedenen Röstungen und Milchgetränken zu experimentieren.

Du trinkst täglich Cappuccino und suchst einen bewährten Klassiker? Ein Zweikreiser wie die Torre Luigino TSP (Smart PID, kein Flush nötig, Rotationspumpe) oder die Rocket Appartamento TCA (ikonisches Design, handgefertigt in Mailand) liefert solide Ergebnisse. E61-Maschinen haben einen besonderen Charakter – das weiche, viskose Mundgefühl hat seinen Reiz.

Du willst konstante Ergebnisse ohne Kompromisse? Hier liegt unser klarer Rat: Steig direkt in einen Dual Boiler oder ein Hybridsystem ein. Die Arkel Coast bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis im Dual-Boiler-Segment mit gesättigter Brühgruppe und Flow Control. Die WPM Primus ist die richtige Wahl, wenn dir Pressure Profiling und Dampfpower (Latte Art) wichtig sind. Die La Marzocco Micra bringt Gastro-DNA im kompaktesten Format – und die Linea Mini ist das Endgame für alle, die das Maximum an Stabilität und Dampfleistung wollen.

Du brauchst Hilfe bei der Entscheidung? In unseren Showrooms stehen diese Maschinen nebeneinander. Zieh einen Shot auf jeder – und entscheide mit den Ohren und der Zunge. Das ist immer noch der beste Weg.

In Kombination mit einer hochwertigen Kaffeemühle und einer Acaia Präzisionswaage holst du aus jedem System das Maximum – unabhängig davon, für welches Heizsystem du dich entscheidest.


Der Coffee Coaching Club Tipp: Angewandte Aromen-Chemie

Die Wahl des Heizsystems beeinflusst direkt das Geschmacksprofil in der Tasse. Höhere Brühtemperaturen (93 – 96 Grad) betonen tendenziell Körper, Süsse und schokoladige Noten – ideal für mittlere bis dunklere Röstungen wie Cozy Chocolate oder Nutty Delight. Niedrigere Temperaturen (88 – 92 Grad) schützen die empfindlichen, floralen und fruchtigen Nuancen heller Röstungen.

Ein Einkreiser mit PID ist ein gutes Lernwerkzeug: Du schmeckst den Unterschied von 2 Grad Temperaturänderung direkt. Aber der Dual Boiler oder das Hybridsystem erlaubt dir, die Brühtemperatur gezielt an die Röstung anzupassen – ohne Kompromisse durch Dampfbezug oder Temperaturdrift.

Konkret: Unseren Very Nutty bei 90 Grad für maximalen Körper ohne Bitternoten. Eine helle Single-Origin-Röstung bei 94 Grad für klare Fruchtigkeit. Mit der WPM Primus kannst du zusätzlich den Druck anpassen: sanfte Pre-Infusion bei 3 – 4 Bar, dann 9 Bar für den Hauptbezug – der Shot wird weicher, süsser, runder. Mit der Arkel Coast erreichst du Ähnliches über das Flow Control Paddle.

Der grösste Vorteil gesättigter Brühgruppen zeigt sich bei anspruchsvollen Röstungen: Unsere Wild Peach bei 93 – 94 Grad auf einer La Marzocco Micra oder Arkel Coast liefert klare Pfirsich- und Aprikosennoten, sauber getrennt, ohne die Temperaturinstabilität, die auf einer E61 zu unsauberen Übergängen führen kann.


Häufig gestellte Fragen zu Heizsystemen

Einkreiser oder Zweikreiser – was ist besser für Einsteiger?

Beide Systeme sind einsteigerfreundlich. Der Einkreiser ist technisch einfacher, der Zweikreiser bietet mehr Flexibilität bei Milchgetränken. Unser Tipp: Wenn dein Budget es erlaubt, überspringe beide und steig direkt in einen Dual Boiler ein – die Arkel Coast oder die WPM Primus sind preislich näher am Zweikreiser-Segment als du denkst, und die Lernkurve ist dank stabiler Temperatur sogar kürzer.

Lohnt sich eine La Marzocco für Zuhause?

Ja – wenn Temperaturkontrolle und Reproduzierbarkeit für dich Priorität haben. Die Linea Micra ist kompakt genug für jede Küche und liefert die Temperaturstabilität einer professionellen Gastronomie-Maschine. Die Linea Mini bietet zusätzlich einen grösseren Dampfkessel (3,0 L) und Brew-by-Weight-Kompatibilität. Beide Maschinen sind eine Investition, die sich über viele Jahre auszahlt.

Was bedeutet "Cooling Flush" und wie mache ich das richtig?

Nach längerer Standzeit überhitzt das Wasser im Wärmetauscher eines Zweikreisers. Der Cooling Flush: Vor dem Bezug kurz den Brühhebel betätigen und heisses Wasser ablaufen lassen. Bei Maschinen mit Torre TSP-Technologie entfällt dieser Schritt grösstenteils. Bei klassischen E61-Zweikreisern ohne Smart PID lässt du etwa 2 – 4 Sekunden Wasser ablaufen. Bei Dual Boilern und Hybridsystemen ist kein Flush nötig – die PID-Regelung hält die Temperatur automatisch im Sollbereich.

Was ist der Unterschied zwischen Arkel Coast und WPM Primus?

Beide sind hervorragende Maschinen, aber mit unterschiedlichem Schwerpunkt. Die Arkel Coast ist ein klassischer Dual Boiler mit gesättigter Brühgruppe und manuellem Flow Control – für alle, die Temperaturstabilität und intuitive Bedienung schätzen. Die WPM Primus ist ein Hybridsystem mit Gear Pump und programmierbarem Pressure Profiling – für experimentierfreudige Baristas mit Fokus auf Druckprofile und Latte Art. Beide stehen in unseren Showrooms zum direkten Vergleich bereit.

Kann ich die Maschinen im Coffee Coaching Club vergleichen?

In unseren Showrooms in Bern (Gerberngasse 44) und Zürich (Hagenholzstrasse 50b) stehen Einkreiser, Zweikreiser, Dual Boiler und Hybridsysteme nebeneinander – darunter Arkel Coast, WPM Primus und La Marzocco. Komm vorbei. Keine Terminvereinbarung nötig – ruf uns aber gerne vorher an, wenn du eine ausführliche Beratung wünschst.


Rösterei-Tipp: Welcher Kaffee zu welchem System?

Unabhängig vom Heizsystem empfehlen wir für den Einstieg unsere Röstungen Cozy Chocolate, Nutty Delight und Very Nutty – sie verzeihen Temperaturschwankungen am besten und liefern auf jedem System runde, schokoladige Ergebnisse.

Wenn du eine Maschine mit stabiler Temperaturführung hast – ob Arkel Coast, WPM Primus oder La Marzocco – lohnt es sich, mit unserer Wild Peach Röstung bei 93 bis 94 Grad zu experimentieren. Die feinen Pfirsich- und Aprikosennoten kommen bei präziser Temperatursteuerung besonders klar zur Geltung. Das ist der Moment, in dem du den Unterschied zwischen "gutem Kaffee" und "Wow" schmeckst.