Kaffeewasser selbst komponieren: Filtern, Remineralisieren, Perfekt extrahieren

Kaffeewasser selbst komponieren: Filtern, Remineralisieren, Perfekt extrahieren

Dein Espresso besteht zu über 90 % aus Wasser. Wenn dein Kaffee trotz guter Mühle und hochwertiger Siebträgermaschine flach, stumpf oder wässrig schmeckt, liegt das Problem fast immer am Wasser. Das Leitungswasser in z. B. Zürich und Bern enthält zu viel Kalk und Bikarbonat – das blockiert die Aromaextraktion und verkalkt deine Maschine. Die Lösung: Erst filtern. Dann gezielt remineralisieren.

Klingt kompliziert? Ist es nicht. Der einfachste Weg: 1 – 2 Tropfen Apax Lab direkt in den fertigen Espresso – genau so machen wir es täglich in unseren Cafés. Wer tiefer einsteigen will, kombiniert einen Brita-Wasserfilter mit Apax Lab Mineralkonzentraten und baut sein Brühwasser gezielt auf. Wir erklären dir hier beide Wege – vom schnellen Einstieg bis zur vollen Kontrolle.


Das Prinzip: Zwei Schritte zu perfektem Kaffeewasser

Schritt 1 – Filtern: Leitungswasser enthält zu viele gelöste Mineralien (hohe Gesamthärte) und oft zu viel Bikarbonat. Bevor wir Aromen aufbauen, müssen wir diese unkontrollierten Störfaktoren entfernen. Das Ziel ist eine neutrale, kontrollierbare Wasserbasis. Unsere Empfehlung: ein Brita-Aktivkohlefilter (z. B. die Marella Cool mit MAXTRA PRO Kartusche), der Kalk, Chlor und geschmacksstörende Substanzen reduziert, ohne das Wasser komplett zu entmineralisieren.

Schritt 2 – Remineralisieren: Gefiltertes Wasser ist eine kontrollierte Basis. Jetzt fügst du gezielt die Mineralien hinzu, die du für dein Aromaprofil brauchst. Mehr Magnesium für Körper und Textur, niedrige Alkalinität für florale Noten, höheres Calcium für klassischen Espresso-Charakter. Das Werkzeug dafür: Apax Lab Mineralkonzentrate – drei Flaschen, drei Profile, präzise dosierbar pro Liter oder direkt in die Tasse.

Die Chemie dahinter: Wasser ist ein Lösungsmittel. Hat es bereits zu viele Mineralien absorbiert (hohe Gesamthärte), ist es chemisch gesättigt und kann die Aromastoffe aus dem Kaffeepulver nicht mehr effizient aufnehmen. Zudem gibt es Interaktionen zwischen gelösten Mineralstoffen und Aromastoffen. Ein hoher Bikarbonat-Anteil neutralisiert zusätzlich lebendige Fruchtsäuren – der Kaffee verliert Dynamik und schmeckt flach. Die richtige Balance aus Magnesium, Calcium und Bikarbonat entscheidet darüber, ob dein Espresso schokoladig-süss oder stumpf-bitter schmeckt.

Warum das Leitungswasser in Zürich und Bern problematisch ist

Das Leitungswasser in der Schweiz ist trinkbar und sicher – aber für Espresso selten ideal. In Zürich und Bern liegt die Gesamthärte je nach Stadtteil zwischen 18 und 38 °fH (französische Härtegrade). Für optimalen Espresso empfehlen Fachleute einen Bereich von 3 – 6 °dH (deutsche Härtegrade), also deutlich weicher als das, was aus den meisten Leitungen kommt.

Die Folgen von zu hartem Wasser sind doppelt: Erstens leidet der Geschmack – die Aromaextraktion wird blockiert, Fruchtsäuren werden neutralisiert, der Kaffee schmeckt flach. Zweitens leidet die Maschine – Kalk lagert sich in Boiler, Pumpe und Ventilen ab und verkürzt die Lebensdauer deiner Espressomaschine erheblich. Regelmässiges Entkalken hilft, löst aber nicht das Aromaproblem.


Die drei Apax Lab Profile: TONIK, JAMM und LYLAC

Apax Lab wurde 2023 in Australien von Simon Gautherin gegründet, der sechs Jahre lang die Wirkung von Mineralien auf Kaffeegeschmack erforscht und über 2000 Wasserrezepte entwickelt hat. Das Ergebnis sind drei Mineralkonzentrate aus demineralisiertem Wasser und analytisch reinen Mineralien (AR-Qualität) – präzise genug für Weltmeisterschaften, einfach genug für den täglichen Gebrauch.

Profil Geschmacksprofil Mineralische Wirkung Passt zu
TONIK [1] Lebendig, hell, saftig Betont lebendige Säure, gibt dem Kaffee einen knackigen, intensiven Kick Helle Röstungen, fruchtige Single Origins, Wild Peach, Bright Cassis
JAMM [2] Reichhaltig, süss, cremig Verstärkt Calcium und Bikarbonat, betont Körper, Süsse und cremiges Mundgefühl Mittlere Röstungen, Espresso-Blends, Cozy Chocolate, Nutty Delight
LYLAC [3] Elegant, floral, seidig Nutzt Sulfat und Kalium für feine, florale Nuancen und ein seidiges Mundgefühl Gesha-Kaffees, gewaschene Aufbereitungen, helle Specialty-Röstungen

Jede 100-ml-Flasche reicht für rund 150 Zubereitungen. Die drei Profile lassen sich einzeln verwenden oder mischen – je nach gewünschtem Ergebnis. Es gibt zwei Wege:

Post-Extraction (unser Favorit): 1 – 2 Tropfen pro Espresso, 3 – 6 Tropfen pro Milchgetränk, 5 – 10 Tropfen pro Filterkaffee – direkt in die fertige Tasse. So machen wir es in unseren Cafés und Zuhause. Kein Vorfiltern nötig, sofortige Wirkung.

Pre-Brew: 3 bis 4 Gramm Konzentrat pro Liter Wasser im Kessel oder Tank. Diese Methode beeinflusst die Extraktion selbst und gibt dir maximale Kontrolle – ideal in Kombination mit gefiltertem Wasser.

Praxistipp: Der World Brewers Cup Champion Martin Wölfl nutzte für sein Sieger-Rezept eine Mischung aus 1 g TONIK, 1,5 g JAMM und 1,5 g LYLAC pro Liter. Das zeigt: Auf diesem Niveau arbeiten die Besten der Welt. Aber der Einstieg ist viel einfacher – 3 g JAMM pro Liter auf gefiltertem Wasser reichen aus, um deinen Espresso hörbar zu verbessern.

Welches Setup passt zu dir?

Post-Extraction mit Apax Lab – Der einfachste Einstieg (so machen wir es)

Das ist die Methode, die wir in unseren Cafés in Bern und Zürich täglich nutzen und die wir auch Zuhause anwenden: Den Kaffee ganz normal zubereiten und anschliessend 1 – 2 Tropfen Apax Lab direkt in den fertigen Espresso geben. Kurz schwenken, fertig. Kein Vorfiltern nötig, kein Umrechnen, kein zusätzliches Equipment. Die Mineralien wirken direkt auf den Geschmack im Getränk – du schmeckst den Effekt sofort.

Post-Extraction funktioniert mit jedem Setup, jeder Maschine und jedem Wasser. Die Dosierung ist einfach: 1 – 2 Tropfen pro Espresso (40 ml), 3 – 6 Tropfen für Milchgetränke (150 ml), 5 – 10 Tropfen für Filterkaffee (200 ml). Du kannst verschiedene Profile direkt vergleichen – zieh einen Espresso, verteile ihn auf drei Tassen, gib in jede ein anderes Profil. Der Unterschied ist nicht subtil.

Warum Post-Extraction so gut funktioniert: Bei der Pre-Brew-Methode beeinflusst das Wasser die Extraktion selbst – das ist präziser, aber aufwändiger. Post-Extraction umgeht die Extraktion und wirkt direkt auf den Geschmack: Die Mineralien verändern, wie dein Gaumen Süsse, Säure und Körper wahrnimmt. Das Ergebnis ist erstaunlich nah an aufwändig komponiertem Brühwasser – bei einem Bruchteil des Aufwands. Für 90 % aller Home-Setups ist das der richtige Startpunkt.

Filterkanne + Apax Lab (Pre-Brew) – Für Tankmaschinen und Kleingeräte

Ideal für Espressomaschinen mit Wassertank (die meisten Maschinen von Arkel, WPM, Rocket, La Pavoni), Handhebelgeräte wie Flair Espresso und Pour-Over-Setups. Du lässt das Leitungswasser durch eine Brita-Filterkanne laufen (reduziert Kalk, Chlor, Kupfer und Blei), gibst dann das Apax Lab Konzentrat nach Rezept dazu und schwenkst kurz. Fertig. Unter zwei Minuten pro Liter. Diese Methode kombiniert Maschinenschutz (Kalkreduzierung) mit Aromaoptimierung – zwei Fliegen, eine Klappe.

In-Tank-Filterkartuschen – Für Maschinentanks mit Brita-Adapter

Die Arkel Coast und einige andere Maschinen haben einen integrierten Brita-Filteradapter im Wassertank. Du steckst eine Brita AquaAroma Crema Kartusche direkt in den Tank – das filtert und konditioniert das Wasser automatisch bei jedem Nachfüllen. Für die meisten Anwender ist das der unkomplizierteste Weg, um Kalkschutz und Geschmacksverbesserung zu kombinieren. Wer zusätzlich mit Apax Lab arbeiten will, kann das gefilterte Tankwasser weiter optimieren.

Umkehrosmose + Apax Lab – Für Perfektionisten

Umkehrosmose (Reverse Osmosis) entfernt praktisch alle Mineralien aus dem Wasser und ergibt eine nahezu perfekte Nullbasis (0 ppm TDS). Von hier aus kannst du mit Apax Lab jedes gewünschte Mineralprofil exakt aufbauen – Magnesium, Calcium und Bikarbonat grammgenau dosiert. Das ist das Niveau, auf dem Weltmeisterschaften gewonnen werden. Der Aufwand ist höher, aber die Kontrolle ist absolut. Für Maschinen mit Festwasseranschluss (z. B. La Marzocco Linea Mini) lässt sich ein RO-System direkt in die Wasserleitung integrieren.


Alle Features im Überblick: Wasseraufbereitung für Kaffee

Methode Filtration Remineralisierung Aufwand Ideal für
Post-Extraction (Apax Lab) Keine (bestehendes Wasser) 1 – 2 Tropfen in den fertigen Espresso Minimal (Tropfen zugeben) Jedes Setup, Einstieg, Cafés
Brita-Kanne + Apax Lab Aktivkohle + Ionentausch (MAXTRA PRO) Manuell: 3 – 4 g/L Konzentrat Gering (2 Min/L) Tankmaschinen, Pour-Over, Flair
In-Tank-Kartusche (Brita) Brita AquaAroma Crema im Tank Keine (integrierte Konditionierung) Minimal (Kartusche wechseln) Arkel Coast, Maschinen mit Adapter
Umkehrosmose + Apax Lab RO-Membran (nahe 0 ppm) Manuell: exakte Rezepturen Hoch (Installation + Dosierung) Perfektionisten, Festwasseranschluss
Nur Brita-Kanne (ohne Apax) Aktivkohle + Ionentausch Keine Minimal Einstieg, Maschinenschutz

Unsere Empfehlung: Kaffee + Wasser kombinieren

Die Wirkung von Mineralien im Wasser hängt direkt von der Röstung ab. Hier unsere Empfehlungen aus der täglichen Praxis als Kaffeerösterei:

Für Cozy Chocolate, Nutty Delight und Very Nutty: JAMM [2] pur oder eine Mischung mit Schwerpunkt JAMM. Diese mittleren bis dunklen Röstungen profitieren von erhöhtem Calcium und Bikarbonat – das betont die schokoladigen, nussigen Noten, gibt dem Espresso Körper und erzeugt eine dichte, stabile Crema. Pre-Brew: 3 g JAMM pro Liter gefiltertem Wasser. Post-Extraction: 1 – 2 Tropfen JAMM direkt in den Espresso.

Für Bright Cassis und Wild Peach: TONIK [1] mit einer kleinen Zugabe LYLAC [3]. Helle Röstungen brauchen Wasser mit niedriger Pufferkapazität – nur so entfalten sich die fruchtigen und floralen Nuancen, ohne vom Bikarbonat des Leitungswassers neutralisiert zu werden. Pre-Brew: 2 g TONIK + 1 g LYLAC pro Liter. Post-Extraction: 1 Tropfen TONIK + 1 Tropfen LYLAC direkt in den Espresso.

Für Milchgetränke (Cappuccino, Flat White): JAMM [2] ist hier erste Wahl. Die cremige Textur und betonte Süsse setzen sich auch in Kombination mit Milch durch – der Espresso bleibt präsent statt unterzugehen. Post-Extraction: 3 – 6 Tropfen JAMM in das fertige Milchgetränk. Besonders mit Cozy Chocolate und Nutty Delight als Basis ergibt das vollmundige, schokoladige Milchgetränke.

Der einfachste Einstieg: Kauf dir das Apax Lab Set und gib 1 – 2 Tropfen JAMM in deinen nächsten Espresso. Genau so machen wir es täglich in unseren Cafés in Bern und Zürich. Kein Filtern, kein Umrechnen – einfach tropfen, schwenken, schmecken. Der Unterschied ist offensichtlich: mehr Süsse, mehr Körper, weniger Bitterkeit. Wenn du danach tiefer einsteigen willst, kombinierst du eine Brita-Filterkanne mit der Pre-Brew-Methode (3 g JAMM pro Liter) – das schützt gleichzeitig deine Maschine vor Kalk.

Häufig gestellte Fragen zu Kaffeewasser

Reicht ein Brita-Filter allein, ohne Apax Lab?

Für den Maschinenschutz: ja. Ein Brita-Filter reduziert Kalk und Chlor deutlich und verlängert die Lebensdauer deiner Maschine. Für die Aromenoptimierung reicht Filtern allein aber nicht – du entfernst Störfaktoren, fügst aber keine geschmacksfördernden Mineralien hinzu. Die Kombination aus Filtern und Remineralisieren mit Apax Lab bringt den spürbaren Unterschied in der Tasse.

Kann ich Apax Lab auch direkt in den fertigen Kaffee tropfen?

Das ist sogar unsere bevorzugte Methode – und die, die wir in unseren Cafés in Bern und Zürich täglich einsetzen. 1 – 2 Tropfen in einen fertigen Espresso (40 ml), 3 – 6 Tropfen in ein Milchgetränk, 5 – 10 Tropfen in einen Filterkaffee (200 ml). Diese Post-Extraction-Methode braucht kein spezielles Wasser und kein Vorfiltern. Du arbeitest direkt am Geschmack im Getränk. Für den Einstieg und den täglichen Gebrauch ist Post-Extraction der schnellste Weg zu besserem Kaffee.

Wie oft muss ich die Brita-Kartusche wechseln?

Die MAXTRA PRO Kartuschen sollten alle 2 Wochen gewechselt werden – die integrierte elektronische Anzeige der Brita-Kannen erinnert dich automatisch daran. Bei sehr hartem Wasser oder hohem Durchsatz kann ein früherer Wechsel sinnvoll sein.

Welches Wasser für Maschinen mit Festwasseranschluss?

Für Maschinen wie die La Marzocco Linea Mini mit Festwasseranschluss empfehlen wir ein vorgeschaltetes Filtersystem (Brita oder äquivalent) direkt in der Wasserleitung. Eine Umkehrosmoseanlage mit anschliessender Remineralisierung via Apax Lab gibt dir die volle Kontrolle. Komm in unseren Showroom – wir beraten dich zur passenden Lösung für dein Setup.

Kann ich Apax Lab Produkte im Coffee Coaching Club kaufen?

Ja. Das Apax Lab Set (TONIK, JAMM, LYLAC – je 20 ml) ist direkt in unserem Webshop bestellbar. Lieferung schweizweit und nach Liechtenstein in 1 – 2 Tagen. In unseren Showrooms in Bern und Zürich kannst du die Profile auch live mit verschiedenen Kaffees testen.


Rösterei-Tipp: Bring deine Wasserwerte mit

Die Wasserhärte variiert nicht nur von Stadt zu Stadt, sondern oft von Quartier zu Quartier. Unter wasserqualitaet.ch oder direkt bei deiner Gemeinde findest du die aktuellen Werte für deinen Wohnort. Noch einfacher: Bring eine Flasche deines Leitungswassers in unseren Showroom – wir analysieren die Härte vor Ort und empfehlen dir die passende Kombination aus Brita-Filter und Apax Lab Profil für dein Setup und deine Lieblingsröstung.

In Kombination mit einer hochwertigen Kaffeemühle und einer Acaia Präzisionswaage ist optimiertes Wasser der dritte Baustein, der dein Home-Setup auf ein professionelles Niveau hebt. Maschine, Mühle, Wasser – wenn diese drei Variablen stimmen, schmeckst du den Unterschied in jedem Shot.


Alle genannten Produkte sind im Coffee Coaching Club Webshop oder in unseren Showrooms in Bern und Zürich erhältlich. Lieferung schweizweit und nach Liechtenstein in 2-4 Tagen. Finanzierung möglich.